Samstag, 16. Dezember 2017

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Unterschiedliche Entwicklung bei VW-Konzernschwestern VW fasst Tritt, Audi schwächelt

VW T-Roc, ein Klein-SUV auf Polo-Basis

Die beiden Schwergewichte im Volkswagen-Konzern, die Marken Audi und VW, kommen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit voran. Während die lange Zeit schwächelnde Wolfsburger Hauptmarke mit dem VW-Logo dank Einsparungen und neuer Modelle immer besser in Tritt kommt und ihre Ertragsprognose für dieses Jahr leicht anhob, lasten auf der Ingolstädter Schwester Kosten für die anstehende Runderneuerung der Modellpalette. Umsatz und operativer Gewinn bei Audi stagnierten zuletzt. Zusammen steuerten die beiden größten Marken gut 60 Prozent zum Konzernumsatz von Volkswagen bei.

In den ersten neun Monaten habe das Betriebsergebnis von Audi Börsen-Chart zeigen bei 3,94 Milliarden Euro gelegen, teilte die Oberklasse-Marke mit den vier Ringen mit. Vor Jahresfrist waren es - die Belastungen aus dem Dieselskandal herausgerechnet - 3,92 Milliarden Euro.

Audi-Chef Rupert Stadler sprach von einem "robusten Ergebnis". "Damit sind wir gut vorbereitet für ein anspruchsvolles viertes Quartal, in dem sich Vorleistungen für unsere unmittelbar bevorstehende Modelloffensive stärker bemerkbar machen werden", sagte der neue Finanzvorstand Alexander Seitz. Im nächsten Jahr soll im Schnitt alle drei Wochen die Fertigung eines neuen Modells anlaufen.

Langfristziele von VW unverändert

Bei VW läuft die Modelloffensive schon mit hohem Tempo. Insgesamt rollen 2017 mehr als zehn neue Modelle an. Davon - und von Einsparungen - profitiert die Marke bereits. Der um Sondereinflüsse bereinigte operative Gewinn verdoppelte sich in den ersten neun Monaten auf 2,5 (Vorjahr 1,2) Milliarden Euro. Allerdings schlugen bei VW die zusätzlichen Rückstellungen für "Dieselgate" in den USA zu Buche.

Dadurch wurde der Betriebsgewinn komplett aufgefressen. Ohne diesen Sondereffekt lag die operative Marge Ende September bei 4,3 (Vorjahr 1,6) Prozent. Das ist eine deutliche Verbesserungen im Vergleich zu früheren Jahren, VW fuhr damit aber immer noch hinter anderen Massenherstellern her. Der französische Rivale Peugeot etwa erreichte zur Jahresmitte eine Rendite von 7,3 Prozent.

VW hat sich für das laufende Jahr eine bereinigte Marge leicht über der prognostizierten Spanne von 2,5 bis 3,5 Prozent vorgenommen. Sie soll bis 2020 auf mindestens vier Prozent und bis 2025 auf sechs Prozent klettern. Bei der Oberklasse-Schwester Audi soll die operative Umsatzrendite zum Jahresende trotz der Belastungen durch die Modelloffensive wie geplant zwischen acht und zehn Prozent liegen. Bis Ende September waren es 8,9 Prozent.

Zum Vergleich: Beim Rivalen Daimler lag die Rendite im Pkw-Geschäft nach neun Monaten bei 9,7 Prozent und damit vor Audi. BMW, der Dritte im Bunde der Premiumhersteller, will seine Zahlen am 7. November veröffentlichen.

wed/rtr

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