Montag, 24. September 2018

Supermarktkasse als Inspiration Audi will das Fließband abschaffen

3. Teil: "20 Prozent mehr Produktivität"

... und als fertiges Fahrzeug

Audi-Vorstand Waltl rechnet mit rund 20 Prozent mehr Produktivität. "Wir würden's nicht machen, wenn's teurer wäre." Beim Bau des Sportwagens R8 in Neckarsulm hat die modulare Montage das Fließband schon abgelöst, als nächstes soll sie im ungarischen Motorenwerk Györ getestet werden. "Sie stellt also keine Zukunftsmusik mehr dar", sagt Waltl.

Audi ist damit Vorreiter nicht nur im VW-Konzern. Bei BMW und Daimler gibt es keine derartigen Pläne. Auch ihm sei in der Automobilindustrie nichts Gleichartiges bekannt, sagt Stürmer.

Für die Mitarbeiter sieht Waltl vor allem Vorteile. Jeder Fabrikarbeiter "weiß, was für ein Stress entsteht, wenn man taktgebunden arbeiten muss". An manchen Bändern im VW-Konzern werde ein 60-Sekunden-Takt gefahren. Auf der Montageinsel aber können auch alte und behinderte Mitarbeiter mithalten - keiner muss mehr befürchten, die anderen aufzuhalten oder gar einen Bandstopp zu verursachen. "Psychologen sagen, das ist positiv für die Gesundheit der Mitarbeiter", sagt Rusitschka.

Alle Daten in der Fabrik der Zukunft laufen in der Steuerzentrale zusammen. Wie der Tower eines Flughafens dirigiert sie die autonomen Transporter, die selbstfahrenden Gabelstapler und Behälter mit den notwendigen Bauteilen. Sogar Drohnen testet Audi schon im Stammwerk Ingolstadt - im Notfall könnten sie kleinere Bauteile rasch an Ort und Stelle bringen.

Wenn es möglich wäre, würde Waltl gern mal mit Henry Ford durch die Montagehallen gehen und hören, was der dazu sagen würde.

got/dpa - Roland Losch

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