Donnerstag, 21. Juni 2018

Schwache Nachfrage Audi und BMW geben auf Diesel-Autos satte Rabatte

Premium-Autos mit den vier Ringen: Nicht nur Audi versucht, mit teils erheblichen Rabatten vor allem Diesel-Autos an den Mann oder die Frau zu bringen
picture alliance / Julian Strate
Premium-Autos mit den vier Ringen: Nicht nur Audi versucht, mit teils erheblichen Rabatten vor allem Diesel-Autos an den Mann oder die Frau zu bringen

Die deutschen Premium-Autobauer reagieren auf die sinkenden Dieselverkäufe mit höheren Preisnachlässen und Eigenzulassungen.

Diesel-Autos verkaufen sich angesichts drohender Fahrverbote in deutschen Innenstädten immer schlechter. Diesel verlieren aber auch deshalb an Vertrauen unter den Käufern, weil nicht auszuschließen ist, dass selbst neueste Motoren mit Euro 6 doch mit manipulierter Abgassoftware ausgestattet sind, wie jetzt Ermittler bei Daimler den Verdacht hegen.

Das bekommen auch die Premiumhersteller zu spüren. Verglichen mit dem Jahr 2015 verkauften sowohl Audi als auch BMW deutlich weniger Dieselautos. Bei Audi sank der Anteil von 68,1 Prozent auf 48,8 Prozent in den ersten vier Monaten dieses Jahres, bei BMW von 69,7 auf 47,4 Prozent, stellt eine Studie des CAR-Centers an der Universität Duisburg-Essen fest.

Die beiden Hersteller versuchen in dieser Situation mit höheren Preisnachlässen insbesondere ihre Diesel-Modelle an die Kunden zu bringen, lautet ein zentrales Ergebnis der Mai-Rabattstudie. Demnach lagen die beworbenen Preisnachlässe mit gut 20 Prozent zwischen Januar und Mai 2018 höher als im Vorjahreszeitraum.

Ein beliebtes Mittel Rabatte einzuräumen sind so genannte Tages- oder Eigenzulassungen Hier melden die Hersteller oder ihre Händler die Wagen kurzfristig an und geben sie dann üblicherweise umgehend mit hohen Nachlässen an Privatkunden ab.

Vor allem die Zahl der Eigenzulassungen sei in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen und bewege sich über dem Marktschnitt von knapp 29 Prozent sämtlicher Zulassungen, erklärte Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer. Laut den Erhebungen wurden 36,9 Prozent der neuen Audis und 33,3 Prozent der BMWs so zugelassen.

Ansonsten stellten die Wissenschaftler wenig Bewegung bei den Rabatten fest. Das Niveau habe sich im Vergleich zum April insgesamt nicht geändert, liege aber immer noch über demjenigen des Vorjahresmonats. Offen beworbene Rabatte waren weiterhin bei Ford und Fiat am höchsten, wenn der Kunde ein älteres Diesel-Fahrzeug eintauscht.

Die einstigen Rabattkönige von Opel strichen hingegen die Diesel-Eintauschprämien zusammen und beschränkten sie auf einige wenige Modelle. Unter dem neuen Mutterkonzern PSA hat die Marke angekündigt, stärker auf die Rentabilität ihrer Verkäufe achten.

rei mit Nachrichtenagenturen

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