Donnerstag, 25. August 2016

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Apples Angriff auf BMW, VW und Daimler Das digitale Risiko

Apps im Auto: Gefahren überwiegen
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BMW

Die App im Auto könnte für Volkswagen, BMW und Co. zur Gefahr werden: Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey bergen digitale Features ein milliardenschweres Umsatzpotenzial - doch wer nicht aufpasst, verliert die Kontrolle über zentrale Teile seines Geschäfts.

Hamburg - "Car Connectivity hat das Potential, die Automobilbranche entlang aller Ertragsquellen stark zu verändern", sagt Detlev Mohr, Leiter der europäischen Automobilberatung von McKinsey. Der Satz klingt noch eher ungefährlich. Doch wer die Ergebnisse einer neuen McKinsey-Studie zum Einzug des Internets ins Auto genauer anschaut, sieht vor allem eins: Die Welt von Apple Börsen-Chart zeigen, Google Börsen-Chart zeigen und Co. eröffnet den Autoherstellern zwar auch neue Chancen. Doch die Gefahren überwiegen.

"Das Thema wird für die Autohersteller zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor", warnt Mohr. "Sie dürfen die Hoheit über die digitale Revolution nicht den Internetunternehmen überlassen."

Der Markt wird wachsen, so viel ist klar. Auf 30 Milliarden Euro beziffert McKinsey den aktuellen Jahresumsatz mit Connectivity-Komponenten und Dienstleistungen im Auto. Bis 2020, so schloss die Beratung aus einer Umfrage unter 2000 Autokäufern in Deutschland, Brasilien, China und den USA, würden sich die Einnahmen mehr als verfünffachen. Doch diese 170 Milliarden Euro seien nur scheinbar zusätzliches Geschäft, warnt McKinsey. "Die Kunden werden 2020 voraussichtlich nicht mehr fürs Autofahren ausgeben als heute", sagt Mohr.

So seien zwar nur noch 13 Prozent der Befragten bereit, ein Auto ohne Internetzugang zu kaufen. Doch für das zusätzliche Angebot bezahlen wollen die wenigsten: Nur 35 Prozent der Befragten gaben an, für einen Neuwagen 100 Dollar (knapp 80 Euro) Aufpreis zu bezahlen, falls dieser die Nutzung von Internet-Dienstleistungen ermögliche. Noch geringer sei die Bereitschaft, eine Abonnentengebühr zu bezahlen.

Dennoch sei es äußerst gefährlich, das Thema zu vernachlässigen, sagt McKinsey-Berater Mohr. "Die potenzielle Verschiebung von Marktanteilen zwischen den Autoherstellern ist eine der zentralen Auswirkungen von Connected Cars". 20 Prozent der Befragten sagten, bessere Internet-Angebote seien für sie ein Anlass, die Automarke zu wechseln. Unter den Vielfahrern sowie in China, dem für die Hersteller aktuell wegen des gewaltigen Absatzwachstums wichtigsten Markt, gebe es sogar gut 40 Prozent Wechselwillige.

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