Sonntag, 19. November 2017

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Abgasskandal ADAC fordert 5000 Euro für jeden VW-Dieselfahrer

Was wird aus meinem Diesel? Kunden können, müssen aber nicht ihren Diesel mit einer neuen Software ausstatten lassen. Die Langzeitfolgen sind völlig ungewiss, sagt der ADAC und fordert Schadenersatz

Was Volkswagen betrogenen US-Kunden zusage, müsse auch für deutsche Kunden gelten, ist der ADAC überzeugt. Der mächtige Automobilclub fordert von Volkswagen daher 5000 Euro für jeden der rund 2,6 Millionen Dieselfahrer, denen der Konzern Autos mit Schummelsoftware verkauft hat. Unter dem Strich wären das rund 13 Milliarden Euro.

ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker bittet Volkswagen Börsen-Chart zeigen zur Kasse. An Käufer von VW-Diesel-Autos, die mit betrügerischerer Software ausgestattet waren, sollte der Konzern freiwillig jeweils 5000 Euro zahlen, sagte Becker auf der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt.

Aus der Nachrüstung der Autos könnten sich möglicherweise Langzeitschäden ergeben. Deshalb sollte VW den deutschen Kunden eine Entschädigung wie in den USA anbieten, auch wenn dafür in Deutschland keine gesetzliche Verpflichtung besteht.

In den USA habe VW den Kunden im Rahmen eines Vergleichs 5000 Dollar gezahlt, sagte Becker. "Das sollte auch für Deutschland der Rahmen sein." VW verwies dagegen auf andere Grenzwerte, die andere Rechtslage und andere technische Lösungsmöglichkeiten in Deutschland. Hier habe das Unternehmen inzwischen 2 der 2,6 Millionen VW-, Audi -, Skoda und Seat-Dieselfahrzeuge nachgerüstet.

Bei der ADAC-Rechtsberatung gingen täglich hunderte Anrufe verunsicherter Mitglieder ein, sagte ein Sprecher des Autoclubs. Das Kraftfahrtbundesamt habe VW zur Nachrüstung der Autos mit manipulierter Abgasreinigung verpflichtet. Der Autofahrer könne dieses Angebot ausschlagen, aber dann könnte möglicherweise die Betriebszulassung seines Autos erlöschen.

Bei einer Nachrüstung hätten ADAC-Tests bisher zwar keine nennenswerte Änderung von Leistung oder Verbrauch ergeben. Aber langfristig könnten vielleicht doch Schäden entstehen. VW hat den betroffenen Kunden Kulanzregelungen im Falle von Schäden in Aussicht gestellt.

rei/dpa-afx

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