Sonntag, 25. September 2016

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Tesla verfehlt Absatzziel Elon Musk verzweifelt an Deutschland

Harte Nuss: Tesla-Chef Elon Musk kommt in Deutschland langsamer voran als erhofft

US-Elektroautobauer Tesla hat in Deutschland keinen Lauf. Satte 1000 Wagen wollte Firmenchef Elon Musk bis Ende 2014 ausliefern - pro Monat. Trotz einer Investitionsoffensive sind es jedoch deutlich weniger. Der erste Angriff auf BMW, Daimler und Co. auf deren Heimatmarkt ist gescheitert.

Hamburg - Vor gut einem Jahr riss Tesla-Chef Elon Musk seine deutsche Fangemeinde in einer kargen Halle bei München zu Jubelstürmen hin. "Der deutsche Markt ist unsere Top-Priorität", sagte der Elektroauto-Milliardär aus Kalifornien. Stets grinsend erläuterte er wie er die Bundesrepublik im Sturm erobern werde.

Besonders ein Versprechen provozierte viel Applaus: Bis zum Ende des Jahres werde Tesla Börsen-Chart zeigen 200 bis 300 Wagen pro Woche nach Deutschland liefern, also etwa 1000 im Monat. Damit blies Musk zum Frontalangriff auf die Platzhirsche Daimler Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen, Audi Börsen-Chart zeigen und Porsche Börsen-Chart zeigen. 1000 Fahrzeuge des Typs Model S - damit hätte es Tesla aus dem Stand zum Marktführer in der deutschen Oberklasse geschafft.

Doch die Kunden sind den heimischen Luxusautomarken offenbar weit treuer, als Musk erwartet hatte. Im gesamten Jahr 2014 wurden in der Bundesrepublik nur 817 Tesla zugelassen, wie manager magazin online vom Kraftfahrt-Bundesamt erfuhr. Das entspricht einem Markanteil in der Oberklasse von etwa 3 Prozent. Weit vorn liegt Daimler mit der Mercedes S-Klasse. Weltweit wollte Tesla im abgelaufenen Jahr 33.000 Autos verkaufen.

Auch im Dezember blieb der US-Hersteller weit unter seinen Zielen. Immerhin markieren die 165 zugelassenen Teslas einen Monatsrekord. Zudem schließt Tesla damit in etwa zum 7er von BMW auf.

Immerhin der Lidl-Vorstand fährt Tesla

Doch der Autobauer ist eben noch nicht da, wo er sein wollte. "Es hat länger gedauert, ein eigenes, direktes Vertriebssystem zu etablieren, als wir es uns gewünscht haben", räumt Tesla-Deutschland-Chef Philipp Schröder den Rückstand gegenüber manager magazin online ein. "Wir sehen aber nach wie vor das Potenzial für den deutschen Markt von 1000 Autos im Monat", sagt der ehemalige Manager des Erneuerbare-Energien-Projektierers Juwi.

Besonders schwer ist es laut Schröder, den Flottenmarkt zu erobern. Er ist fest in Hand von Mercedes, Volkswagen und BMW. "Tesla kam völlig naiv auf den Markt", sagt ein Branchenkenner mit Blick auf diese deutsche Besonderheit.

Um bei deutschen Firmenkunden voranzukommen, hat Tesla nun eine eigene deutsche Leasinggesellschaft gegründet. Und bei manchem Konzern inzwischen einen Fuß in der Tür, sagt Schröder. So sei Tesla in der Führungsetage von Lidl stark vertreten. Mit zahlreichen Dax-Firmen wie SAP gebe es Rahmenvereinbarungen für den Kauf von Dienstwagen. Einige sehr hochrangige Frankfurter Banker fahren laut Schröder inzwischen auch Tesla.

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