Freitag, 15. Dezember 2017

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Abgasskandal Richter lässt Ex-Porsche-Vorstand verhaften

Wolfgang Hatz (Archivbild)

Erstmals in der Abgasaffäre ist ein ehemaliger Vorstand des Volkswagen-Konzerns verhaftet worden. Wolfgang Hatz, von 2011 bis zu seiner Beurlaubung 2015 Vorstand der VW-Tochter Porsche, sitzt seit kurzem in Untersuchungshaft, wie mehrere Medien berichten. Hatz sei in München dem Ermittlungsrichter vorgeführt worden, der Untersuchungshaft angeordnet habe. Der Anwalt von Hatz weist die Vorwürfe zurück: Die gegenüber Hatz erhobenen Vorwürfe seien falsch. Er mutmaßt, der einzige Belastungszeuge in dieser Sache beschuldige seinen Mandanten nur, um selbst aus der Haft herauszukommen.

Vor seiner Zeit bei Porsche als verantwortlicher Vorstand für Forschung und Entwicklung war Hatz an mehreren Stellen im Volkswagen-Konzern für die Entwicklung von Motoren mitverantwortlich: Anfang des Jahrtausends etwa als Chef der Audi-Motorenentwicklung, danach Leiter der Aggregate-Entwicklung im gesamten Konzern. Er gilt als ehedem enger Mitarbeiter des langjährigen Konzernchefs Martin Winterkorn.

US-Behörden hatten Europas größtem Autokonzern im September 2015 die strafbare Manipulation von Diesel-Motoren nachgewiesen - was unter anderem zum Rücktritt von Winterkorn führte und den Auto-Hersteller in eine bis heute andauernde tiefe Krise stürzte. Welche Gründe der Richter genau für die Inhaftierung von Hatz ins Feld führte, ist bislang nicht bekannt.

soc

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