Montag, 22. Oktober 2018

Diesel-Zukunft bei Daimler, VW, Volvo, BMW Wie die Autohersteller zur Diesel-Zukunft stehen

Diesel-Zapfsäule an einer Tankstelle

Für einen ist die Sache klar: Matthias Wissmann steht weiterhin felsenfest zum Diesel. Auch nach dem Urteil der Leipziger Bundesverfassungsrichter, das Fahrverbote für Dieselautos rechtlich zulässig sind, hält Wissmann dem Selbstzünder die Treue. Schließlich, so meinte der scheidende Chef des Verbands der Automobilindustrie (VDA) nach dem Urteil, würden die beim Diesel-Gipfel vereinbarten Maßnahmen bereits wirken. Durch die kostenlosen Software-Updates werde die Luftqualität in den Städten "rasch und deutlich verbessert", erklärte er in einer Pressemitteilung.

Ende Januar brach er auf dem VDA-Neujahrsempfang ebenfalls eine Lanze für den Motor: "Wir brauchen auch noch lange den Verbrennungsmotor, auch den Diesel in seiner modernsten Form", erklärte er damals. E-Mobilität sei eine große Lösung - aber nicht die einzige.

Doch ist das auch wirklich noch Position aller deutschen Autohersteller, die Wissmann repräsentiert? Autokäufer sind von Abgasskandal und drohenden Fahrverboten ziemlich verunsichert. Das schlägt sich in den Neuzulassungs-Zahlen für Diesel-Autos in der EU nieder. Die sind im vergangenen deutlich gesunken, wie Statistiken des Autodaten-Spezialisten Jato Dynamics zeigen: 2017 wurden in der EU nur mehr 44 Prozent aller Neuwagen mit Dieselmotor ausgeliefert, ein Jahr zuvor waren es noch 49 Prozent.

Nun beschleunigen die Hersteller nicht nur ihre Elektroauto-Pläne, um die CO2-Grenzwerte der EU dennoch einhalten zu können. Einige stellen auch ihre bislang unumstößliche Treue zum Diesel auf den Prüfstand. Wie sich deutsche und internationale Autohersteller zuletzt beim Thema Zukunft des Diesel-Antriebs positionierten - und wie stark sie noch vom Dieselantrieb abhängig sind.

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