Samstag, 25. Juni 2016

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Integration Fiat übernimmt Chrysler komplett - Aktie hebt ab

Fiat-Chef Sergio Marchionne: "Vision eines globalen Autobauers umsetzen"

Mit der Übernahme des Anteils der US-Gewerkschaft UAW sichert sich Fiat die volle Kontrolle über die US-Tochter Chrysler. Anleger feiern die Komplettübernahme, das Thema Chrysler-Börsengang scheint damit erledigt. Die Fiat-Aktie legt zweistellig zu.

Turin - Auf diesen Tag hat Fiat-Chef Sergio Marchionne vier Jahre lang hingearbeitet: Der italienische Autobauer sichert sich die volle Kontrolle über die US-Tochter Chrysler. Der italienische Autobauer erwirbt in einem 4,35 Milliarden Dollar schweren Geschäft den noch fehlenden Minderheitsanteil an Chrysler, den bislang der Gesundheitsfonds der nordamerikanischen Autogewerkschaft UAW hält.

Fiat stellt sich damit im knallharten Autogeschäft besser auf gegenüber Rivalen wie Volkswagen Vz. Börsen-Chart zeigen , der Opel-Mutter General Motors Börsen-Chart zeigen oder Ford Börsen-Chart zeigen . Anleger sind angetan von dem Deal: Die Aktie von Fiat Börsen-Chart zeigen schoss am Donnerstag an der Mailänder Börse zeitweise um 15 Prozent in die Höhe.

"Dank der einheitlichen Besitzverhältnisse können wir nun unsere Vision eines globalen Autobauers umsetzen", erklärte Konzernchef Sergio Marchionne am Mittwoch in Turin. Während Fiat seine Autos vor allem in Europa und Lateinamerika verkauft, ist Chrysler aus Auburn Hills nahe Detroit in Nordamerika stark.

Zu dem Gesamtkonzern gehören auch die italienischen Marken Alfa Romeo, Lancia und Abarth sowie die amerikanischen Marken Jeep, Dodge und Ram.

Einstieg 2009 - Chrysler war wichtige Stütze während der Krise in Europa

Die Italiener waren 2009 bei Chrysler eingestiegen, als der US-Hersteller in der Wirtschaftskrise in die Insolvenz schlitterte und vom amerikanischen Steuerzahler gerettet werden musste. Fiat bot technisches Know-How an und erhielt im Gegenzug nach und nach immer mehr Anteile.

Die Partnerschaft erwies sich trotz aller Unkenrufe als Erfolg: Chrysler schreibt seit mehr als zwei Jahren Gewinne, was Fiat Börsen-Chart zeigen half, die Einbrüche im europäischen Automarkt zu überstehen.

Für Fiat-Chef Marchionne war die Übernahme von Chrysler damit wesentlich erfolgreicher als seinerzeit für Daimler-Chef Jürgen Schrempp: Von 1998 bis 2007 war das Unternehmen mit Daimler fusioniert, der Autokonzern nannte sich während dieser Zeit DaimlerChrysler. Schrempp schuf damit ein Milliardengrab für Daimler-Aktionäre.

Gewerkschaft UAW gibt Anteil an Fiat ab

Der vollen Integration von Chrysler in den Fiat-Konzern stand bisher der 41,5-Prozent-Anteil der Autogewerkschaft entgegen, den diese für ihre Zugeständnisse in der Insolvenz erhalten hatte. Seit Monaten verhandeln beide Seite über die Komplettübernahme. Allerdings lagen die Preisvorstellungen meilenweit auseinander. Als Ausweg aus dieser Zwickmühle hatte Chrysler zwischenzeitlich schon einen Börsengang angestoßen - dann hätte der Markt über den Wert befunden. Der Börsengang dürfte jetzt abgesagt werden.

Der Gesundheitsfonds der Gewerkschaft bekommt aus der Kasse von Chrysler 1,90 Milliarden Dollar ausgeschüttet, weitere 1,75 Milliarden Dollar zahlt Fiat beim Abschluss der Transaktion selbst. Zudem bekommt der Fonds von Chrysler weitere insgesamt 700 Millionen Dollar in vier jährlichen Raten ausbezahlt.

Der Plan ist, dass die Anteile bis spätestens 20. Januar den Besitzer wechseln. "Ich habe auf diesen Tag seit dem Moment hingefiebert, als wir 2009 ausgewählt wurden, Chrysler wieder aufzubauen", erklärte Fiat-Verwaltungsratschef John Elkann. Chrysler gehörte vor der Insolvenz dem Finanzinvestor Cerberus, der den US-Autobauer mehrheitlich von Daimler übernommen hatte.

la/dpa-afx

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