Mittwoch, 12. Dezember 2018

Insolvenzantrag Elektroautoprojekt Better Place gibt auf

Batteriewechselstation in Tokio: Die Nachfrage blieb weit hinter den Plänen zurück

Das von Ex-SAP-Vorstand Shai Agassi gegründete Unternehmen Better Place ist gescheitert. Nach riesigen Verlusten und mehreren Chefwechseln gibt die israelische Firma ihr Vorhaben auf, mit Batteriewechselstationen dem Elektroauto zum Durchbruch zu verhelfen.

Tel Aviv - Israel verliert mit Better Place das wohl symbolträchtigste Unternehmen, das für einen dynamischen Aufbruch der nahöstlichen Volkswirtschaft stand. Das Unternehmen hat vor einem israelischen Gericht die eigene Abwicklung und die Ernennung eines Konkursverwalters beantragt. "Das ist ein sehr schwerer Tag für uns alle", sagte Firmenchef Dan Cohen am Sonntag.

Als Grund gab die Firma an, dass die jüngste Suche nach weiteren Geldgebern erfolglos geblieben sei. "Die technischen Herausforderungen haben wir erfolgreich bewältigt, die anderen Hindernisse aber nicht", resümierte Cohen das Projekt. Dank Better Place sei Israel das erste Land, in dem Elektroautos ohne Reichweitengrenze fahren können. Das Netzwerk solle möglichst erhalten bleiben.

Das von einem ehemaligen SAP-Manager gegründete Unternehmen war 2008 eine Partnerschaft mit Renault Börsen-Chart zeigen aus Frankreich eingegangen und wollte für Elektroautos Netze mit Stationen für den Austausch leerer gegen volle Batterien aufbauen - als Alternative zur meist stundenlangen Aufladung. Doch die breite Öffentlichkeit sei nie richtig auf das Konzept angesprungen und auch an der Unterstützung der Autohersteller mangle es, räumte Cohen ein. Renault hat inzwischen ohne die Hilfe von Better Place mehrere Elektromodelle auf den Markt gebracht, die klassisch aufgeladen werden.

Verluste von mehr als 560 Millionen Dollar

Die Better-Place-Netze waren im vergangenen Jahr in Israel und in Dänemark gestartet worden. Niederlassungen gab es auch in den Niederlanden, China, Japan und den USA. Bald sollte das System in Australien in Betrieb gehen. Doch das Kundeninteresse blieb hinter den Erwartungen zurück. Bislang verkaufte Better Place rund 1000 Fahrzeuge, während der Absatzplan 100.000 Mobile bis 2016 vorsah.

Im November hatten sich laut Better Place Verluste von mehr als 560 Millionen Dollar angehäuft. Auch die im Februar gefällte Entscheidung, sich auf Israel und Dänemark zu konzentrieren, konnte die Pleite nicht abwenden.

Better Place war 2007 von dem Ex-SAP-Manager Shai Agassi gegründet worden, der den Chefposten seines eigenen Konzerns im Oktober 2012 räumen musste. Das Unternehmen gehört zu rund 30 Prozent dem von Milliardär Idan Ofer kontrollierten Konglomerat Israel Corp. Staatspräsident Shimon Peres hatte sich persönlich für die Firma eingesetzt, um Israels Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern. Rund 850 Millionen Dollar Kapital kamen von Investoren wie General Electric Börsen-Chart zeigen, HSBC Börsen-Chart zeigen oder der Europäischen Investitionsbank.

ak/rtr/ap

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