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17.04.2013
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Auto Europa
Seat - der spanische Patient

Von Michael Freitag

Seat-Werk in Martorell: Die spanische Tochter kommt nicht in Schwung - trotz kräftiger Schützenhilfe aus Wolfsburg
REUTERS

Seat-Werk in Martorell: Die spanische Tochter kommt nicht in Schwung - trotz kräftiger Schützenhilfe aus Wolfsburg

Vier Jahre Zeit hatte James Muir, die kriselnde spanische VW-Tochter Seat zurück in die Spur zu bringen. Er scheiterte, wie seine Vorgänger. Egal was die Wolfsburger Konzernspitze versucht: Die Spanier bleiben ein Problemfall. Das dürfte auch Muirs Nachfolger Jürgen Stackmann schnell spüren.

Hamburg - Wie muss es einem Autohersteller gehen, der sich vor allem damit brüstet, er habe in seinem Stammwerk 377.343 Autos gebaut - und der dabei erstens vor allem davon profitiert hat, dass eine Schwestermarke dort 87.000 Fahrzeuge mehr bauen ließ als im Jahr zuvor? Und zweitens verschweigt, dass die Fabrik trotz der Konzernhilfe nur zu zwei Dritteln ausgelastet ist.

Der auf den ersten Seiten seines Geschäftsberichts in großen Lettern seinen gestiegenen Umsatz preist. Der das operative Ergebnis aber erst auf Seite 53 verrät, und das auch nur ziemlich klein geschrieben, versteckt im Bericht des Aufsichtsratsvorsitzenden?

Und der dieses Ergebnis, genau gesagt einen Verlust von 156 Millionen Euro, fast schon feiert? Schließlich war das Minus in den drei Jahren zuvor noch größer.

Es geht dem Autohersteller, er heißt Seat, schlecht. Sehr schlecht sogar. So schlecht, dass es ihn ohne die Care-Pakete der großen Mutter Volkswagen AG vermutlich nicht mehr gäbe. Und so schlecht auch, dass VW-Chef Martin Winterkorn (65) jetzt handelte: Seat-Lenker James Muir verlässt die Zentrale in Martorell, bekommt - so heißt es in Wolfsburg - eine neue Aufgabe, die allerdings noch an einem anderen Wechsel hänge.

Und Jürgen Stackmann übernimmt, 2010 von Ford Chart zeigen geholt, zunächst Vertriebsvorstand bei Skoda und im September 2012 zum Marketingchef des Konzerns aufgestiegen.

Seat hat glänzende Voraussetzungen, aber schlechte Ergebnisse

Dabei sind die Voraussetzungen glänzend. Seat, das ist nicht viel mehr als eine Marke mit angeschlossener Fabrik. Die Kosten sollte man da im Griff behalten können. Noch dazu, wenn die potente Mutter auch sonst hilft.

Das Werk in Martorell war lange hoffnungslos unterausgelastet. Jetzt baut Audi dort immerhin gut 100.000 Q3-Geländegänger pro Jahr. Außerdem nutzt Seat jene Plattformen, jene Fahrzeugarchitekturen, auf die der komplette Volkswagen-Konzern seine Modelle aufbaut: Autos wie den VW Golf, den kleinen Polo, den Touran, Skodas Octavia und den Geländemutanten Yeti, Audis Erfolgsmodelle A4 und Q3, ja selbst den luxuriösen Bentley GT, die Basisversion für mehr als 150.000 Euro.

Autos, die allesamt davon profitieren, dass sie gemeinsam entwickelt und teilweise auch produziert werden, dass die Wolfsburger Einkäufer mit gewaltigen Stückzahlen locken und so die Preise senken und davon, dass die Fahrzeuge so zu vergleichsweise günstigen Gesamtkosten gefertigt werden.

Es ist ein Konzept, mit dem der Konzern glänzend verdient. 11,5 Milliarden Euro operativen Gewinn fuhr Volkswagen im Jahr 2012 ein, 11,3 Milliarden Euro waren es 2011. Neben den Luxusmarken Lamborghini und Bugatti fällt nur Seat aus der Reihe. Und das ähnlich regelmäßig wie die notleidende Rüsselsheimer Opel AG.

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Der neue Chef: Jürgen Stackmann löst bei Seat James Muir ab
DPA

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