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27.03.2013
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147-Millionen-Dollar-Klage
Katars Ex-Generalimporteur verklagt VW

Von Wilfried Eckl-Dorna und Karsten Stumm

Der VW XL1 in Katar: Volkswagen hat Probleme mit dem Ex-Generalimporteur im Mittleren Osten

Der VW XL1 in Katar: Volkswagen hat Probleme mit dem Ex-Generalimporteur im Mittleren Osten

Das könnte heikel werden für VW: Der ehemalige Generalimporteur im Golf-Emirat Katar zieht gegen Volkswagen vor Gericht. Die Wolfsburger sollen den Katari mit der Kündigung seiner Importlizenz geschädigt haben - zugunsten einer arabischen Scheika mit besonderer VW-Bindung.

Hamburg - Unter den hunderten Modellen des Volkswagen-Konzerns gibt es eines, auf das Konzernchef Martin Winterkorn derzeit besonders stolz ist: Das Ein-Liter-Mobil XL1, das nun in einer Kleinserie von 250 Stück gebaut wird. Als "Speerspitze des technisch Möglichen" bezeichnete Winterkorn das Fahrzeug vor Kurzem auf dem Genfer Autosalon.

Den ersten Prototypen des künftigen Kleinserienfahrzeugs stellte VW aber schon vor knapp zwei Jahren ausgerechnet im arabischen Ölförderland Katar vor - im Rahmen der Katar Motor Show, deren Besuch bislang nicht gerade zu den Pflichtterminen in der Autobranche zählte. Allerdings ist das Emirat Katar seit dem Jahr 2009 VW-Großaktionär, sein Staatsfonds Qatar Investment Authority hält 17 Prozent der Stimmrechte an der Volkswagen AG. Man pflegt seither gute Kontakte.

Die enge Beziehung zur Herrscherfamilie indes passt nicht allen in dem Emirat. Ganz besonders ungelegen kommt sie offenbar Saad Buzwair Automotive. Das Unternehmen arbeitete zwar bis Ende Juni 2012 als Generalimporteur für Volkswagen Chart zeigen in Katar. Dann vergaben die Wolfsburger die Importeurslizenz aber an einen neuen Partner: Q-Auto, geführt ausgerechnet von Scheikha Hanadi Nasser bin Khaled Al-Thani. Die studierte Volkswirtin gehört zur Herrscherfamilie des Emirats und ist damit indirekt über den Staatsfonds Qatar Investment Authority auch an VW beteiligt.

Saad Buzwair Automotive sieht sich durch die Neuvergabe der Lizenz geschädigt. Das Unternehmen verklagt Volkswagen deshalb nach Informationen von manager magazin online beim Internationalen Schiedsgericht in Paris und fordert 146,7 Millionen Dollar Schadensersatz. Die Summe stehe Saad Buzwair als Kompensation für Vorinvestitionen zu, die das Unternehmen mit einem Gutachten belege.

Volkswagen: "Ex-Importeur fristgerecht gekündigt"

Volkswagen bestätigte gegenüber manager magazin online, dass der Konzern mit Saad Buzwair Automotive in ein Schiedsverfahren eingetreten sei. Seit dem Jahr 2007 habe es eine Vertriebsvereinbarung zwischen Audi Volkswagen Middle East und Said Buzwair Automotive für die Marken Vokswagen und Audi gegeben, sagte ein Konzernsprecher. Im Jahr 2012 sei Buzwairs Importeurslizenz für die Marke Volkswagen aber "gemäß der zeitlichen Vereinbarung" ausgelaufen. Sein Vertrag für Audi wurde "fristgerecht gekündigt", so der Sprecher.

Q-Auto wurde nach eigenen Angaben erst im Juli 2012 gegründet, also passend zur Übernahme der Lizenz. Aber die Firma ist nicht das erste Auto-Engagement der Scheikha. So sitzt sie im Aufsichtsrat der Nasser Bin Khaled-Gruppe. Das Unternehmen hält auch die Importeurslizenzen für Mercedes und Mitsubishi, die Sportwagenmarken Spyker und Koenigsegg sowie Motorräder von Harley-Davidson und Kawasaki.

Der relativ kurzfristige Wechsel des Generalimporteurs von Volkswagen ist Experten zufolge zumindest ungewöhnlich. "Dass Autohersteller ihren Generalimporteur wechseln, ist relativ selten", meint Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft der Hochschule Nürtingen-Geislingen, gegenüber manager magazin online. Denn mit einem Wechsel "häufen sich oft die Probleme", sagt Diez, der regelmäßig die Vertriebsstrategien von Automobilherstellern untersucht. Volkswagen muss deshalb etwas an dem Wechsel zur Herscherfamilie des Emirats gelegen haben.

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