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22.02.2013
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Verhaltener Ausblick
VW meldet Rekordgewinn - Aktie sackt ab

Verhaltener Ausblick: VW-Chef Martin Winterkorn rechnet für 2013 mit einem operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau. Anleger sind enttäuscht
DPA

Verhaltener Ausblick: VW-Chef Martin Winterkorn rechnet für 2013 mit einem operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau. Anleger sind enttäuscht

Europas größter Autobauer Volkswagen hat 2012 Jahr einen Rekordgewinn von knapp 22 Milliarden Euro erzielt. Der Löwenanteil sind jedoch Buchungsgewinne aus der Porsche-Übernahme. Aktionären reicht das nicht: Da der Ausblick verhalten ausfällt, bricht die Aktie ein.

Hamburg - Nach einem spektakulären Rekordgewinn von fast 22 Milliarden Euro schlägt Europas größter Autobauer VW für das laufende Jahr leise Töne an: 2013 erwarten die Wolfsburger Stillstand beim operativen Ergebnis. "Auch wir können uns dem harten Wettbewerb und der tiefgreifenden Krise in wichtigen europäischen Märkten nicht ganz entziehen", sagte Konzernchef Martin Winterkorn.

Winterkorn rechnet beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit einem Wert auf Vorjahresniveau. Denn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien "weiterhin von Unsicherheit geprägt." Bei Umsatz und Absatz soll es allerdings weiter bergauf gehen.

Zwar legte der Konzern 2012 entgegen den eigenen Prognosen beim operativen Kerngeschäft leicht zu. Doch der EBIT-Anstieg auf 11,5 Milliarden Euro konnte angesichts des vorsichtigen Ausblicks an der Börse nicht überzeugen: Die Vorzugs-Aktie von Volkswagen Chart zeigen sackte nach der Bekanntgabe der Zahlen am Nachmittag kräftig ab und fiel erstmals seit Dezember unter die Marke von 170 Euro.

Aus dem Handel gingen die Titel schließlich mit einem kräftigen Abschlag von knapp 7 Prozent auf 163,80 Euro und waren damit mit Abstand schlechtester Dax-Wert.

Rekordgewinn von 22 Milliarden Euro dank Porsche-Übernahme

Außerdem verzerrt der astronomische Nettogewinn nach Minderheiten von 21,7 Milliarden Euro das Bild: Rund die Hälfte davon stammen aus Neubewertungen durch die im Sommer geglückte Porsche-Übernahme. Vor Steuern trugen sie 12,3 Milliarden Euro bei - spülten aber nichts in die Konzernkasse.

Stattdessen kosteten der Kompletteinbau von Porsche und die Aufstockung der MAN -Anteile bares Geld. So schrumpfte die Liquidität kräftig auf rund 10,6 Milliarden Euro, ein Jahr zuvor hatte VW noch fast 17 Milliarden auf der hohen Kante. Auch Modelleinführungen und der Start des Baukastensystems MQB drückten auf die Kassenlage. Die vollständigen Zahlen will Volkswagen zur Bilanzvorlage am 14. März bekanntgeben.

Unter dem Strich hatte die VW-Gruppe bereits 2011 den größten Profit erzielt, der jemals bei einem Dax-Konzern angefallen war - auch damals gaben Neubewertungen der Porsche-Anteile den Ausschlag. Weil ein Buchgewinn durch besser bewertete Optionen in so einem Umfang 2013 aber nicht mehr ansteht, rechnen Beobachter für das laufende Jahr mit einem kräftigen Rückgang des Gesamtergebnisses.

Rückgang des Gesamtergebnisses erwartet - Umsatz 2013 soll steigen

Zulegen will der Konzern im laufenden Jahr dagegen erneut beim Umsatz, der bereits 2012 um ein Fünftel auf 192,7 Milliarden Euro gestiegen war. Ausschlaggebend waren neben den Übernahmen der Rekordabsatz von fast 9,3 Millionen Fahrzeugen, die VW auslieferte. Auch hier wollen sich die Wolfsburger im laufenden Jahr weiter steigern.

Volkswagen liefert sich vor allem mit den Erzrivalen Toyota und General Motors ein Wettrennen um die Weltspitze in der Autoindustrie. Die Niedersachsen wollen bis spätestens 2018 die Nummer Eins sein und mindestens 10 Millionen Autos pro Jahr verkaufen. Beobachter halten es für möglich, dass das Ziel früher erreicht wird. Im laufenden Jahr will sich VW zumindest besser entwickeln als die Konkurrenz.

Konkurrenz in Europa abgehängt

Zumindest die europäischen Wettberwerber können für den Konzern aber nicht mehr der Maßstab sein. Während andere Massenhersteller wie Peugeot Citroen, Renault oder Fiat zu sehr an den Heimatmarkt gebunden sind, gleicht VW die Schwäche in Europa durch blendende Geschäfte in Asien und vor allem China aus. Hier fahren nicht nur die Kernmarke Volkswagen sondern auch die hochprofitablen Oberklasse-Töchter Audi und Porsche die Konkurrenz in Grund und Boden. Auch in den USA war Volkswagen 2012 erfolgreich auf Rekordjagd geblieben.

Für die Aktionäre dürfte sich das Rekordergebnis in einer gestiegenen Dividende bemerkbar machen. Für 2012 schlug der Konzern 3,50 Euro je Stammaktien vor. Für Vorzugsaktien sollen 3,56 Euro ausgeschüttet werden. Das sind in beiden Fällen 0,50 Euro mehr als vor einem Jahr.

Angesichts des enormen Gewinnsanstiegs ändert VW das Vergütungssystem für das Management, um nicht erneut ins Zentrum einer Debatte über zu hohe Boni zu geraten. VW-Chef Martin Winterkorn erhält für das Geschäftsjahr 2012 insgesamt 14,5 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte Winterkorn ein Rekordgehalt von 17,5 Millionen Euro erhalten.

mahi/rtr/dpa-afx/afp

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