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01.02.2013
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Europas Autoindustrie
Warum bis zu sechs Autowerke zusperren müssten

Von Wilfried Eckl-Dorna

Autoindustrie-Ausblick: Die Automärkte legen zu - nur nicht in Europa
Fotos
dapd

Die Schere zwischen Gewinnern und Verlierern unter Europas Automobilherstellern wird 2013 weiter aufgehen. Besserung ist zwar in Sicht, sagt Jens Wiese von der Unternehmensberatung AlixPartners. Doch die bisherigen Werksschließungen werden nicht ausreichen.

mm: Herr Wiese, für die deutschen Luxusautobauer und Volkswagen lief es 2012 glänzend, während Massenhersteller wie Peugeot oder Opel Milliardenverluste schrieben. Was unterschied die erfolgreichen von den erfolglosen Konzernen?

Jens Wiese: Im vergangenen Jahr hatten wir unter den Autoherstellern eine Zweiteilung. BMW Chart zeigen, Daimler Chart zeigen und der Volkswagen-Konzern Chart zeigen feierten Rekordabsätze, die durch das Wachstum auf den Exportmärkten, wie zum Beispiel China und den USA getrieben waren. Auf der anderen Seite standen jene Hersteller, die sehr stark am europäischen Markt hängen. Dieser ist - abgesehen von einer kurzen Zwischenerholung 2011 - seit Jahren rückläufig und weit entfernt von dem Niveau, das er 2007 in der Spitze hatte.

mm: Wie wird sich der weltweite Autoabsatz in diesem Jahr entwickeln?

Wiese: Global wächst die Branche. In diesem Jahr werden rund zwei Millionen zusätzlich abgesetzte Pkw und leichte Nutzfahrzeuge erwartet, vor allem in den Exportmärkten. In Europa erwarten wir 2013 nochmals einen leicht rückläufigen Markt. Die Schere zwischen den Autoherstellern geht damit weiter auf. Für jene Hersteller, die stark auf Europa fixiert sind, wird es nochmals schwieriger.

mm: Doch in China flacht das Wachstum bei den Autoverkäufen bereits ab. Droht da manchen Herstellern ein böses Erwachen?

Wiese: Zwar wird das Wachstum in China auch 2013 nicht mehr so hoch ausfallen wie in den Boomjahren 2009 und 2010, dennoch erwarten wir ein erhebliches Plus. In diesem Jahr werden in China voraussichtlich 21 Millionen Fahrzeuge verkauft. Nach 19,3 Millionen Einheiten im vergangenen Jahr ist das ein Zuwachs von knapp sieben Prozent. Damit entfällt fast das gesamte Wachstum der Industrie auf den chinesischen Markt.

mm: Hersteller investieren in den kommenden Jahren Milliarden Euro in neue Werke in China. Bauen sie damit nicht Überkapazitäten auf - wie es im vergangenen Jahrzehnt in Europa passierte?

Wiese: In China sah man bereits im vergangenen Jahr, dass die durchschnittliche Auslastung in den Werken zurückging. Auch das Rabattniveau im chinesischen Markt zog an. Der Preisdruck ist über alle Segmente hinweg spürbar. Das zeigt, dass das Wachstum nicht mehr so dynamisch ist. Trotzdem sind die Hersteller in China weit entfernt von einer Lage wie in Europa. Das Premiumsegment in China ist nach wie vor robuster und weniger volatil als der Gesamtmarkt. Deshalb denken wir, dass China für die Premiumhersteller auf mittlere Sicht weiterhin einen guten Ergebnisbeitrag leisten wird.

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    Jens Wiese (40) ist Mitglied der Geschäftsleitung im Münchener Büro der AlixPartners. Er berät Kunden aus der Automobilindustrie bei der Planung und Umsetzung von Programmen zur Restrukturierung und Sanierung.









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