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28.01.2013
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Tesla-Produktionschef
"So ein Angebot konnte ich nicht ablehnen"

Von Thomas Katzensteiner

Elektroautopionier: Mit welchen Stromern Tesla auffährt
Fotos
Tesla Motors

Bis zu 500 Kilometer Reichweite, viel Platz, blendende Kritiken: Seit einem halben Jahr fordert Tesla Motors mit seinem Luxus-Elektroauto Model S die Autobranche heraus. Tesla-Produktionschef Gilbert Passin über den Anlauf der Serienproduktion - und ungewöhnliche Problemlösungen.

mm: Herr Passin, Sie waren viele Jahre bei Toyota, dem größten Autohersteller der Welt, beschäftigt. Was hat Sie dazu bewegt, zu einem vergleichsweise winzigen Unternehmen wie Tesla Chart zeigen zu wechseln?

Passin: Ich sehe hier die Chance, Automobilgeschichte zu schreiben. Ich finde das wahnsinnig aufregend. So ein Angebot konnte ich nicht ablehnen.

mm: Ist ihr Job als Produktionschef denn überhaupt in irgendeiner Form mit Ihrem früheren vergleichbar? Sie bauen bei Tesla schließlich ein reines Elektroauto.

Passin: Durchaus. Ein Teil der Produktion, wenn Sie etwa den Rohbau oder das Lackieren der Karosserie nehmen, ist mit dem Bau herkömmlicher Autos identisch. Andere Teile aber, vor allem der elektrische Antriebsstrang, sind gar nicht vergleichbar. Darin liegt aber eine Riesenchance. Das Design des Fahrzeugs insgesamt ist einfacher, so dass wir auch die Produktion einfacher gestalten konnten.

mm: Trotzdem produzieren Sie in einem Werk, das zuvor von GM und Toyota genutzt wurde.

Passin: Das stimmt, aber wir haben das Werk komplett umgebaut. Wir haben ziemlich viel Geld in neues Produktionsequipment investiert - viele unserer Anlagen kommen übrigens aus Deutschland.

mm: Sie beschäftigen in der Produktion inzwischen rund 2500 Mitarbeiter. Wo haben Sie die gefunden?

Passin: In ganz unterschiedlichen Industrien. Natürlich haben wir viele Mitarbeiter aus der Autoindustrie, aber wir haben auch Leute aus der Luftfahrt oder aus der Medizintechnik. Das war ja das tolle, dass wir hier mit praktisch null Mitarbeitern gestartet sind und ich mir das Team zusammenstellen konnte.

mm: Der Serienanlauf eines neuen Autos gilt in der Automobilproduktion traditionell als kritische Phase, in der sehr viel schief gehen kann. Wie viele Stunden verbringen Sie im Augenblick pro Woche im Werk?

Passin: (lacht) Oh, ich zähle sie nicht mehr. Viele unserer Mitarbeiter machen zurzeit Überstunden, auch an den Wochenenden. Aber es macht uns allen immer noch sehr viel Spaß. Zumal wir sehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

mm: Wie viel ist bisher schief gegangen?

Passin: Natürlich gibt es bei jedem Serienanlauf auch Probleme, das ist ganz normal.

mm: Geben Sie uns ein Beispiel?

Passin: Uns ist zum Beispiel kurz vor Beginn der Produktion ein Zulieferer ausgefallen. Der sollte ein wichtiges, elektronisches Bauteil für uns liefern und war plötzlich insolvent.

mm: Und, was haben Sie getan?

Passin: Wir haben das Bauteil selbst entwickelt und fertigen es nun auch selbst. Das ist etwas, was Tesla wirklich auszeichnet: Die Schnelligkeit, mit der Probleme gelöst werden. Das hat mich fasziniert: Ein normaler Automobilkonzern beschäftigt Tausende Ingenieure, aber hier finden wir in sehr kleinen Teams oft viel schnellere Lösungen, weil wir auch nicht so eine große Konzernhierarchie haben.

Hinweis: Ein ausführliches Interview mit Tesla-CEO Elon Musk lesen Sie in Ausgabe 3/2013 des manager magazins. Das Heft ist ab 15. Februar im Handel.

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Zur Person

  • Copyright: Tesla Motors
    Tesla Motors
    Gilbert Passin ist Produktionschef bei Tesla Motors. Vor seinem Engagement bei Tesla arbeitete der gebürtige Franzose viele Jahre für Toyota. Unter anderem leitete Passin den Produktionsstart des Luxus-Geländewagens Lexus RX 350 in Nordamerika - und verantwortete die US-Fertigung der 10. Toyota Corolla-Generation.









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