16.01.2013
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Durchhaltewillen
Fiat-Chef will Fabriken in Italien erhalten

Fiat-Chef Sergio Marchionne (l.): Italiens Fabriken mit Chrysler-Produktion auslasten
REUTERS

Fiat-Chef Sergio Marchionne (l.): Italiens Fabriken mit Chrysler-Produktion auslasten

Krise daheim, kleine Entwicklungsbudgets - aber Durchhaltehoffnung: Fiat-Chef Sergio Marchionne versucht die Italiener von der Automesse in Detroit aus zu beruhigen. Vorerst würden keine weiteren Fiat-Fabriken in Italien geschlossen. Aber Anpassungen seien nötig - "schmerzhafte".

Detroit - Fiat-Chef Sergio Marchionne will den italienischen Autohersteller ohne weitere Werksschließung durch die europäische Absatzkrise steuern. Wenn die überschüssige Kapazität in Europa für die Produktion anderer Marken des Fiat-Chrysler-Konzerns genutzt werde, müsse keine Fabrik dicht machen, sagte Marchionne am Mittwoch auf der US-Automesse in Detroit. Die dazu notwendigen Umstellungen würden aber "sehr schmerzhaft".

Im November 2011 hatte Fiat die Produktion in einem Werk auf Sizilien gestoppt. Vergangenen Monat kündigte der Konzern an, seine wichtige Fabrik im italienischen Melfi für eine Milliarde Euro umzurüsten, um von 2014 an zwei neue Modelle zu bauen: ein Einstiegsmodell der Marke Jeep und einen neuen Typ des Fiat 500.

Auch in China wird Jeep demnächst Autos bauen. Der Fiat-Konzern Chart zeigen und sein chinesischer Partner GAC einigten sich am Dienstag auf einen entsprechenden Ausbau des Gemeinschaftsunternehmens. In den nächsten Jahren solle eine Reihe von Modellen in China eingeführt werden, hieß es in einer Mitteilung. Jeep macht den Anfang, soll in China aber nur für den dortigen Markt produzieren.

Auf dem Heimatkontinent seien harte Einschnitte notwendig, um die Krise bei Europas Massenherstellern in den Griff zu bekommen, sagte Marchionne. Er schätzt, dass die Branche 2012 insgesamt bis zu fünf Milliarden Euro Verlust eingefahren habe. Fiat selber hatte zuletzt ein Minus von 700 Millionen Euro prognostiziert. Hersteller wie Peugeot Chart zeigen, Opel oder Ford Chart zeigen ächzen unter gewaltigen Überkapazitäten. VW-Chef Martin Winterkorn hatte in Detroit die Zahl von drei Millionen Autos genannt.

Marchionne prangerte das Vorgehen der ganze Branche an, zu lange blind auf Absatzwachstum gesetzt zu haben. Einige Hersteller hätten Wagen auf Halde produziert - aber auch die seien irgendwann überfüllt. "Wer soll all die Autos kaufen?", fragte er. Außerdem lasse das entstandene Überangebot die Margen purzeln. "Wir verkaufen zu lächerlichen Preisen", sagte Marchionne, der auch Präsident des europäischen Branchenverbands Acea ist.

kst/dpa-afx

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