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26.01.2013
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Fahrradindustrie
Von der Autobranche lernen heißt ...

Von Arne Gottschalck

In den Sonnenuntergang radeln: So schön kann Mobilität sein.
DPA

In den Sonnenuntergang radeln: So schön kann Mobilität sein.

Spätestens mit den ersten Sonnenstrahlen werden sie wieder in Deutschlands Städten zu sehen sein, die Radfahrer. Und es werden immer mehr. Das schlägt sich auch in den Absatzzahlen der Unternehmen nieder - zumal sie ausgerechnet von den Autoherstellern gelernt haben.

Hamburg - Strampeln, das war gestern. Heute wird gerollt - mit elektrischer Unterstützung. Ein E-Motor schiebt Fahrrad und Fahrer zügig an, ohne dass letzterer ins Schwitzen gerät. Ein Motor, der die gesamte Branche anschiebt. 2010 wurden 310.000 E-Bikes allein in Deutschland verkauft, 2012 sollen es gut 400.000 gewesen sein. Bei Fahrrädern ohne Motor steigt der Absatz längst nicht so stark. Werden Fahrräder damit zum ernsthaften Konkurrenten der Autohersteller?

Nein. Aber sie engen deren Spielraum ein. Denn in einem Umfeld, in dem Gesundheit und Umweltschutz immer höher bewertet werden, gewinnen Fahrräder automatisch an Attraktivität gegenüber Autos. Das schlägt sich auch in den Verkaufszahlen nieder. Im Jahr 2012 hatten die Deutschen nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts (KBA) in Flensburg mit 3,08 Millionen Neuwagen 2,9 Prozent weniger Autos zugelassen als 2011. Die Branche könne "mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein", sagte der Cheflobbyist und Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmannn. Bei den Radherstellern läuft es dagegen.

2001 wurden in Europa gut 17 Millionen Fahrräder verkauft, 2011 rund 20 Millionen. Bei Derby Cycle zum Beispiel stieg der Jahresüberschuss vom Geschäftsjahr 2008/2009 5.304.000 auf 11.184.000 Euro im Geschäftsjahr 2010/2011. Dabei kann das Unternehmen auch im deutschen Markt zulegen. Dort stiegen im gleichen Zeitraum die Umsatzerlöse von gut 166,2 auf rund 235,5 Millionen Euro. Aber auch die Zulieferer können sich die Hände reiben. 2009 verkaufte Shimano, weltgrößter Hersteller von Fahrradbauteilen, Produkte im Wert von 177.307 Millionen Yen, gut 1, 5 Millliarden Euro. 2009 waren es nur rund 1,3 Milliarden. 1,5 Milliarden Euro - eine Summe, die in der Automobilbranche locker im Posten Forschung und Entwicklung eines einzigen Unternehmens Platz hätte. 6,8 Miliarden Euro zum Beispiel führt Volkswagen im Jahr 2010 dafür aus. Entsprechend weist man in der Fahrradindustrie die Rolle des Angreifers weit von sich.

"Grundsätzlich lässt sich die Herstellung eines Fahrrads nur sehr schwer mit der eines Autos vergleichen", sagt zum Beispiel Derby-Cycle-CEO Mathias Seidler. "Allein der kurze Lebenszyklus eines Fahrradmodells von einem Jahr und die hohe Variantenvielfalt sorgen dafür, dass der Automatisierung des Fertigungsprozesses Grenzen gesetzt sind und der Automatisierungsgrad im Verhältnis zur Autoindustrie gering ist." Genau deswegen schauen die Rad-Lenker aber auch auf die Autobauer.

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