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19.12.2012
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Ex-Porsche-Vorstände
Staatsanwaltschaft klagt Wiedeking und Härter an

Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking: Konfrontation mit der Staatsanwaltschaft München
dapd

Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking: Konfrontation mit der Staatsanwaltschaft München

Jetzt ist es offiziell: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat im Zusammenhang mit dem gescheiterten Übernahmeversuch von VW Anklage gegen Wendelin Wiedeking und Holger Härter erhoben. Die Fahnder werfen den ehemaligen Porsche-Vorständen Manipulation des Aktienkurses vor.

Stuttgart - Nach mehr als dreijährigen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen Marktmanipulation bei der 2009 gescheiterten Übernahme von VW durch Porsche Anklage gegen die Ex-Manager Wendelin Wiedeking und Holger Härter erhoben. Der ehemalige Vorstandschef und der frühere Finanzchef hätten im Jahr 2008 in öffentlichen Erklärungen des Unternehmens unrichtige Angaben über den Kauf von VW-Anteilen gemacht und ein Beherrschungsinteresse entgegen den tatsächlichen Absichten dementiert, begründete die Strafverfolgungsbehörde ihre Anklage.

Die Verteidiger der Angeschuldigten wiesen den Vorwurf als unbegründet zurück. Die Anklage werde keinen Erfolg haben, teilten deren Rechtsanwälte mit. Über die Zulassung der Anklage muss nun das Landgericht Stuttgart entscheiden, der Prozess könnte dann im nächsten Jahr starten.

Die beiden Manager hatten vor sieben Jahren mit Rückendeckung des Porsche-Aufsichtsrates sowie des VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch Pläne zur Übernahme des Wolfsburger VW-Konzerns geschmiedet, die letztlich aber Mitte 2009 kurz vor Abschluss scheiterten.

Bei einer anschließenden Razzia fanden die Strafverfolger Hinweise dafür, dass Porsche gegenüber Investoren falsche Angaben zu seinen Absichten gemacht habe und damit den Aktienkurs von VW beeinflusst habe. Von dem anfänglich ebenfalls gehegten Verdacht der Untreue rückten die Strafverfolger in ihrer Anklage ab, was Wiedekings und Härters Verteidiger als "Freispruch im Ermittlungsverfahren" feierten.

Anklage könnte auch Auswirkungen auf Schadensersatzklagen haben

Die Übernahmeschlacht zwischen den Schwaben Porsche und Volkswagen Chart zeigen 2008/2009 hat ein langes juristisches Nachspiel. Rückblickend fühlen sich Investoren falsch informiert und um ihr Geld gebracht. Härter muss sich derzeit wegen Kreditbetrugs vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Sowohl Härter als auch Wiedeking hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Aus Sicht vieler bei Porsche gilt Wiedeking nach wie vor als begnadeter Sanierer und talentierter Manager. Nach dem spektakulär gescheiterten Übernahmeversuch, der Milliarden Euro an Schulden für Porsche zur Folge hatte, mussten Wiedeking und Härter gehen. VW drehte den Spieß um und wurde für Porsche zum Retter in der Not.

Eine Anklage am Stuttgarter Landgericht könnte auch Auswirkungen auf die parallel laufenden zivilrechtlichen Milliardenklagen gegen die Porsche-Muttergesellschaft SE am Landgericht Braunschweig haben. Dort streiten Anleger nach dem gescheiterten Übernahmeversuch von Volkswagen um Schadensersatz. Und ist das Stuttgarter Strafverfahren erst einmal eröffnet, hätten Prozessbeteiligte aus den zivilen Verfahren die Chance auf Akteneinsicht, etwa über Protokolle aus Vorstandssitzungen. Darin könnte theoretisch Munition für die Zivilverfahren stecken.

kst/mg/dpa-afx

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