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11.12.2012
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Opel-Misere
"Kampf bringt ja sowieso nichts mehr"

Gelände des Opel-Werks in Bochum: ganz normal in die Frühschicht
dapd

Gelände des Opel-Werks in Bochum: ganz normal in die Frühschicht

Am Tag nach der verkündeten Werksschließung stehen die Opelaner wieder am Band. Gleichzeitig werden Kritik und Forderungen an die Muttergesellschaft General Motors durch Arbeitnehmervertreter, Politiker und Experten laut.

Bochum/Düsselsdorf - Nach der Hiobsbotschaft für das Bochumer Opel-Werk sind dort die Mitarbeiter am Dienstagmorgen ganz normal in die Frühschicht gestartet. Nachdem der Vorstand das Ende der Autoproduktion an dem Standort im Ruhrgebiet für das Jahr 2016 angekündigt hat, sind Wut und Frust bei vielen Mitarbeitern der Resignation gewichen.

Weitgehend wortlos und gesenkten Hauptes strömten Opel-Mitarbeiter im dichten Schneetreiben am frühen Morgen in die Werkstore. "Kampf bringt ja sowieso nichts mehr - das Ende ist beschlossene Sache", sagte etwa Jörg Niermann, der seit 30 Jahren bei Opel arbeitet. Schon seine Lehre habe er beim Autobauer in Bochum gemacht: "Ich habe gedacht ich gehe hier auch in Rente, aber so wird es wohl nicht mehr kommen."

Für ihn sei die Nachricht keine Überraschung gewesen, sagte ein anderer Mitarbeiter: "Im Prinzip hat das doch jeder gewusst, nur ausgesprochen hat es niemand." Mit Blick auf Streiks oder Protestaktionen sei die Belegschaft abwartend: "Ohne Rückhalt der Gewerkschaften wird da sowieso nichts passieren."

Dass es zu Warntstreiks kommt, damit rechnen Beobachter allerdings nicht. Das Werk hat für Anfang Januar zehn Tage Kurzarbeit angemeldet. Daher ist die Position der Arbeitnehmer aktuell schwach. "Aber Opel will schließlich, dass der Zafira bis Ende 2016 anständig vom Band läuft", sagte ein Arbeitnehmervertreter.

Neben Resignation macht sich Kritik breit

Neben der Resignation gibt es inzwischen allerdings auch Kritik am Management der Muttergesellschaft General Motors.

So kritisierte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) das Management des Opel-Mutterkonzerns General Motors. "Ich bin sauer, gerade weil das Unternehmen Fehler gemacht hat, auch beim Umgang mit den Mitarbeitern in der Vergangenheit", sagte Rösler der Düsseldorfer "Rheinischen Post". So sei es ein Fehler gewesen, dass Opel nur in sehr geringem Umfang Autos im wichtigen Wachstumsmarkt China verkaufen durfte. "Ich erwarte von Opel, dass das Unternehmen seiner Verantwortung gerecht wird und mithilft, die Folgen der Werksschließung für die Beschäftigten abzumildern", sagte Rösler.

Staatliche Hilfen lehnte der FDP-Vorsitzende ab. "Politik kann dabei helfen, die richtigen Rahmenbedingungen für ein investitionsfreundliches Klima zu schaffen. Eine finanzielle Hilfe der Bundesregierung wird es allerdings nicht geben, weil diese die unternehmerischen Probleme in der Regel auf Dauer nicht beheben kann", sagte er. Land und Stadt seien gefragt, durch Neuansiedlungen und Investitionen eine Zukunftsperspektive für Bochum zu schaffen.

Auch nach Ansicht des Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer sind bei Opel viele Managementfehler gemacht worden, indem man sich nur auf Europa konzentriert habe. "Keine Marke kann heute ausschließlich in Europa überleben", sagte er. "Deshalb wird es schwer sein, für die Marke die Brücke in die Zukunft zu finden." Nur die Werkschließung in Bochum werde nicht ausreichen, um Opel langfristig zu stabilisieren.

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