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07.12.2012
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Online-Preisvergleiche
Autohandel will Rabattportale angreifen

Von Wilfried Eckl-Dorna

Rabatte im Autohandel: Kontroverse um die Auto-Schnäppchen
Fotos
Opel

Mit hohen Rabatten buhlen Neuwagenvermittler wie Autohaus24.de um Autokäufer. Das beunruhigt etablierte Händler. Nun hofft der Kfz-Verband, die neuen Konkurrenten mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

Hamburg - Dass Geiz geil ist, haben viele Deutsche spätestens seit der berühmt-berüchtigten Werbekampagne eines Elektronikhändlers verinnerlicht. Die Masche mit den dicken Prozentzeichen zieht seit Jahrzehnten: Hohe Rabatte locken Kunden an, auf Einkaufstraßen genauso wie im Onlinehandel.

Früher waren Preisnachlässe örtlich und zeitlich begrenzt, heute ist das anders: Das Internet kennt weder Ländergrenzen noch Ladenöffnungszeiten. Wie ruinös der Online-Preiskampf werden kann, haben Elektronikhändler und die Buchbranche in den letzten Jahren schmerzvoll erfahren.

Die Autohändler konnten sich der Rabattschlacht via Internet teilweise entziehen. Zwar ist der Handel mit Gebrauchtfahrzeugen zu einem großen Teil ins Internet abgewandert. Beim Neuwagenkauf kamen die Deutschen aber kaum um das nächstgelegene Autohaus herum - bislang jedenfalls.

Doch in den vergangenen Jahren haben sich mehrere Online-Plattformen etabliert, die deutschlandweit und markenübergreifend die höchsten Preisnachlässe für fabriksneue Fahrzeuge auflisten. Kunden können sich bei solchen Neuwagenvermittlern ihr Wunschauto individuell zusammenstellen. Bestellt und abgeholt wird das Auto dann bei einem der Autohändler, mit denen der Vermittler zusammenarbeitet.

Neuwagenkauf vom Sofa aus - ohne Rabattgefeilsche

Was die Konsumenten freut, sorgt bei konventionellen Händlern und Herstellern für Unruhe - und für ein schrittweises Umdenken. Verbände tüfteln an Plänen, wie sie die Internet-Konkurrenz mit den eigenen Waffen schlagen können, ergaben Recherchen von manager magazin online. Doch der Weg dahin wird steinig. Denn für einige Händler rechnet sich die Zusammenarbeit mit den Online-Vermittlern auch bei hohen Rabatten - wegen eines fragwürdigen Bonisystems.

Autokäufer können jedenfalls über die Vermittler im Vergleich zum Autohaus vor Ort viel Geld sparen. Bis zu 40 Prozent Rabatt bietet etwa der Neuwagenvermittler Autohaus24.de für einen fabrikneuen Opel Zafira. Für einen VW Polo sagt der Internetvermittler mindestens 16 Prozent Abschlag zu. Der Konkurrent Meinauto.de preist bis zu 26 Prozent Rabatt für einen Skoda Oktavia Kombi an und bis zu 32 Prozent Nachlass für einen Fiat Punto.

"Wir wachsen insbesondere durch den Trend, dass Konsumenten vermehrt im Internet Produkte kaufen", sagt der Geschäftsführer von Autohaus24.de, Konstantin Sixt. Seine Kunden, so das Ergebnis der Marktforschung des Neuwagenvermittlers, schätzen an Autohaus24.de nicht nur den günstigen Preis. Sie seien es gewohnt, vom Sofa aus im Internet zu surfen - und schätzen die Bequemlichkeit, sich zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit inklusive Wochenende ihr Wunschauto zusammenstellen zu können. "Wir bieten ihnen jenes Erlebnis, das sie auch in anderen Branchen haben - also ein Produkt nach Farbe und Ausstattung online zu suchen", wirbt Sixt.

Diese Art von Komfort können traditionelle Autohändler nicht bieten. Zudem müssen die Online-Kunden nicht mühsam um Rabatte feilschen, sondern können per Mausklick die günstigsten Angebote vergleichen. Dafür müssen die Käufer jedoch oft hunderte Kilometer weit fahren, um ihr neues Fahrzeug abzuholen. Eine Probefahrt ist beim Onlinekauf ebenfalls nicht drin. Doch dieser Nachteil lässt sich durch einen unverbindlichen "Schnupperbesuch" eines traditionellen Autohändlers schnell beheben - sehr zum Leidwesen der stationären Autohändler.

Der Onlinevermittler Priceoptimizer warnt seine Kunden sogar mit einem eigenen Vermerk vor dieser Strategie. Es gefährde die Existenz der Autohäuser, wenn sich Käufer ausführlich im Autohaus beraten lassen und Probefahrten unternehmen, später jedoch zu Internetpreisen bestellen. Ob sich die Priceoptimizer-Kunden dran halten, ist jedoch fraglich.

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