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12.11.2012
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US-Automarkt
Stromer auf der linken Spur

Von Nils-Viktor Sorge

Volt und Co.: Auf diese Elektroautos stehen die Amerikaner
Fotos
Tesla

Der Absatz von Elektroautos eilt in den USA von Rekord zu Rekord. Üppige Kaufprämien und viele neue Modelle heizen einen Markt an, auf dem sich nicht mehr allein Technik-Freaks und Weltverbesserer tummeln. Die Deutschen um Volkswagen sehen bisher nur rote Lichter.

Hamburg - Kaum ein Jahr ist es her, da hatte die US-Öffentlichkeit für den Chevrolet Volt nur Hohn und Spott übrig. Wochen nach einem Crashtest war ein Exemplar des Stromers von General Motors in Flammen aufgegangen - und in einer hysterischen Debatte witterten manche Kommentatoren bereits das Ende des Experiments Elektroauto.

Inzwischen haben die Amerikaner offenbar ihren Frieden mit dem immer noch ungewohnten Antrieb gemacht. Mehr noch: Die Verkaufszahlen für reine Batterieautos, Plug-in-Hybride und Elektroautos mit Reichweitenverlängerer wie den Volt machen Monat für Monat einen kräftigen Satz nach vorn.

Im Oktober überschritt der Absatz die Marke von 7000 abgesetzten Fahrzeugen. Das sind etwa fünfmal mehr Wagen als im Vorjahr. In Deutschland dümpeln die Zulassungszahlen seit zwei Jahren bei etwa 200 bis 400 Autos, nur der dabei nicht mitgezählte Winzling Twizy hat bisher etwas Schwung gebracht. In Frankreich sieht es kaum besser aus - bei gut 500 Autos liegt der monatliche Absatz. Und das, obwohl Renault Chart zeigen, Peugeot Chart zeigen und Citroën mit eigenen Modellen am Markt sind und der Staat den Kauf eines Elektroautos mit 5000 Euro fördert.

Verwirrende Aussagen von Martin Winterkorn

Eine solche Förderung hat in den USA jedenfalls dazu beigetragen, dass es mit den Stromern vorankommt. Washington gewährt eine Steuergutschrift von 7500 Dollar, Staaten wie Kalifornien legen weitere 2500 obendrauf.

Den entscheidenden Schub haben aber wohl die zuletzt arg gestiegenen Benzinpreise in den USA gegeben, sowie ein harter Wettbewerb um Leasing-Kunden. Immer wieder lassen begeisterte Käufer eines Volt oder eines Nissan Leaf die Netzwelt wissen, dass sie ihre Autos für nicht viel mehr als 200 Dollar im Monat bekommen - bei einer Anzahlung von unter 3000 Dollar.

Auf diese Weise hat sich in der Pendlernation USA eine Situation ergeben, in der Besitzer von Elektroautos jeden Tag so viel Geld beim Treibstoff sparen, dass sich die Sache für viele Besitzer von Anfang an rechnet - zumal die Strompreise nur ein Drittel von denen in Deutschland betragen.

Die deutschen Hersteller spielen in den USA bisher fast keine Rolle beim Thema Elektroautos. Ein paar Tests, bald kommt der Smart - das war's. Das Vorgehen passt zum Stand der Diskussion über Elektroautos in Deutschland. Die hiesigen Hersteller haben sich bei dem Thema zuletzt eher zurückgehalten.

Viele deutsche Automanager kultivieren ihre defensive Haltung geradezu, wie Volkswagen-Chef Martin Winterkorn zeigt. Der wird nicht müde zu betonen, ein Elektroauto könne - leider, leider - nicht weiter als 150 Kilometer fahren. Und das werde noch eine ganze Weile so bleiben. Da sei es doch kein Wunder, dass fast niemand die Fahrzeuge haben wolle.

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