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12.11.2012
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Branchenprognose bis 2025
Asien wird zum dominanten Autoriesen

Von Wilfried Eckl-Dorna

Auto Show in Peking: Der Markt kommt in Fahrt
REUTERS

Auto Show in Peking: Der Markt kommt in Fahrt

Der rasante Aufstieg Chinas verschiebt die Gewichte in der Automobilindustrie: Im Jahr 2025 wird jedes zweite Auto weltweit in Asien produziert, zeigt eine neue Studie. Europa kann seine Vormachtsstellung zumindest in einem Bereich halten.

Hamburg - Verkaufsrückgänge in Europa, Zuwächse in den USA, abebbender Boom in China: In der Automobilindustrie ist derzeit vieles in Bewegung. Hersteller investieren Milliarden in neue Werke in Schwellenländern und stecken hohe Summen in die Entwicklung sparsamer Motoren. Gleichzeitig bringen sie Elektroautos auf den Markt und bereiten die Einführung von Brennstoffzellenfahrzeugen vor - ohne zu wissen, welche Technologie sich durchsetzt.

"Der technologische Wandel, den wir gerade miterleben, ist ohne Gleichen", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche vor einigen Monaten in einem Interview. Wie massiv sich die Automobilindustrie in den kommenden Jahren verändert, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie (VDA), die manager magazin online exklusiv vorliegt.

In den nächsten dreizehn Jahren wird die Automobilindustrie jährlich um rund drei Prozent wachsen, prognostiziert die Studie "FAST 2025 - Future Automotive Industry Structure". Die weltweite Wertschöpfung der Branche exklusive Ersatzteilmarkt steigt von 840 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 1,25 Billionen Euro im Jahr 2025.

Doch die Autofabriken der Zukunft stehen in Asien, das zur dominanten Automobilregion wird. Getrieben wird das Wachstum vor allem durch China und Indien - das Reich der Mitte wird mit rund 300 Milliarden Euro Wertschöpfung seine Vormachtsstellung als weltgrößter Autoproduzent ausbauen.

Europa bleibt bei Forschung und Entwicklung stark

"Mit China gibt es einen sehr großen neuen Markt, der erst in den letzten vier Jahren so richtig entstanden ist", sagt Studienleiter Lars Stolz zu manager magazin online. Im Jahr 2005 liefen in China noch 5,2 Millionen Fahrzeuge vom Band, im vergangenen Jahr waren es bereits mehr als 17 Millionen. Die großen Automobilhersteller aus Nordamerika, Europa, Japan und Südkorea haben die Chance ergriffen und diesen Markt besetzt. "Damit wird das Spiel globaler", meint Stolz. In diesem Jahr rollen ein Viertel aller weltweit gefertigten Fahrzeuge aus chinesischen Autofabriken - das Land ist damit der größte Autoproduktionsstandort der Welt.

Doch eines zeigt die Studie, für die 140 Interviews mit Automanagern geführt wurden, ebenfalls deutlich. Europa behält bis zum Jahr 2025 seine Vormachtstellung bei Forschung und Entwicklung. "Es hat uns überrascht, wie stark Europa bleibt", sagt Stolz.

In Europa finde nach wie vor viel Wertentwicklung statt, zudem werden hier teure Autos gebaut. Eine Verschiebung nach China und Indien werde es geben, aber diese komme viel später als oft befürchtet. Innerhalb Europas könne es zwar zu Verschiebungen von Produktionskapazitäten kommen - etwa in den Osten, wo der Automarkt stärker wächst. Doch deutsche Standorte können sich behaupten, wenn sie wettbewerbsfähige Kosten haben.

Bei der schieren Zahl der produzierten Autos verstärkt sich in den nächsten Jahren die Dominanz Asiens deutlich. Mehr als die Hälfte aller Automobile werden 2025 in Asien produziert, die Wachstumsraten liegen bei jährlich etwa fünf Prozent. In den nächsten 13 Jahren wird sich der Automobilabsatz in China von derzeit 19 Millionen Fahrzeugen nahezu verdoppeln. Indien schließt auf das Niveau von Nordamerika auf, das derzeit bei rund 13 Millionen jährlich verkaufter Fahrzeugen liegt.

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