Detroit - Der US-Automarkt kommt wieder in Fahrt: Die großen Autobauer haben im Oktober ihre Verkäufe in den USA gesteigert. Die US-Hersteller General Motors
und Chrysler, aber auch Toyota verzeichneten ein Plus bei den Verkäufen. Auch die deutschen Konzerne Volkswagen, BMW und Daimler steigerten ihren Absatz in dem wachsenden Markt.
Der US-Chef von Europas größtem Autobauer Volkswagen
, Jonathan Browning, zeigte sich mit den Zahlen zufrieden - vor allem wegen der Auswirkungen des Wirbelsturms "Sandy": "Obwohl mehr als 25 Prozent unserer Händler durch den schweren Sturm betroffen waren, konnte Volkswagen seinen Absatz um mehr als 20 Prozent steigern und legte den besten Oktober seit fast 40 Jahren hin", sagte er. Mit 34.311 Autos verkaufte VW 22,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die BMW-Gruppe steigerte den Absatz um 18,5 Prozent auf 32.339 Fahrzeuge. Bei der Marke BMW
legten die Verkäufe gar um 20,9 Prozent auf 26.451 Stück zu. Von der Marke Mini wurden mit 5888 Fahrzeugen immerhin noch 8,7 Prozent mehr verkauft als im Oktober 2011.
Auch Daimler
ließ sich von "Sandy" nicht vom Rekordkurs abbringen - "trotz des unglaublichen Elends im Nordosten, unserem wichtigsten Markt", wie Daimlers US-Chef Steve Cannon sagte. Mit 26.642 Pkw und leichten Transportern setzte Daimler 9 Prozent mehr Autos als vor einem Jahr ab.
Porsche mit 40 Prozent Absatzplus
Honda
legte im Oktober ähnlich stark zu. Konkurrent Toyota
steigerte den Absatz um knapp 16 Prozent, während Analysten bis zu 26 Prozent erwartet hatten. Der Oktober sei aber "trotz 'Sandy' ein solider Monat" gewesen, hieß es.
Scheinbar unbeeindruckt von allen äußeren Einflüssen zeigte sich erneut die jüngste VW-Tochter Porsche
. Die Sportwagenschmiede legte beim Absatz gleich um 40 Prozent zu. Vor allem die Geländelimousine Cayenne, die für fast die Hälfte der US-Verkäufe sorgt, verkaufte sich besser. Auch die VW-Schwestermarke Audi
legte bei den Nobel-Autos zu. Insgesamt steigerte der Premiumhersteller den Absatz im abgelaufenen Monat um 14,5 Prozent auf 11.708 Autos.
Bei den US-Herstellern fiel die Oktoberbilanz etwas verhaltener aus. Ford konnte seinen Absatz dagegen im Vergleich zum Oktober 2011 praktisch gar nicht steigern. General Motors
legte knapp 5 Prozent zu, die Fiat-Tochter Chrysler um rund 10 Prozent. Beide blieben damit jedoch hinter den Erwartungen zurück.
Kleiner Lichtblick auch in Deutschland
Von eher geringen Auswirkungen auf die Oktober-Verkäufe durch den Hurrikan geht Auto-Experte Christoph Stürmer von der Beratungsgesellschaft IHS Global aus. Im November dürften sich die Folgen stärker auswirken - allerdings in die entgegengesetzte Richtung: Für zerstörte Autos müssten die Menschen Ersatz finden.
Nach drei Monaten mit Absatzrückgängen hat sich im Oktober auch der deutsche Automarkt wieder leicht entspannt. Doch ein Befreiungsschlag ist das Experten zufolge noch nicht und auch die Aussichten für den europäischen Markt insgesamt bleiben schlecht.
In Deutschland stieg die Zahl der Pkw-Neuzulassungen im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat lediglich um ein halbes Prozent auf knapp 260.000 Einheiten, wie der Importeursverband VDIK am Freitag auf Basis vorläufiger Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes mitteilte.
Jedoch sei der Zuwachs auf zwei zusätzliche Verkaufstage zurückzuführen, gab eine mit den Zahlen vertraute Person zu Bedenken. Insgesamt trete die Nachfrage weiter auf der Stelle. "Der Markt hat sich nicht erholt." Im September, der zwei Arbeitstage weniger hatte, waren die Neuzulassungen um 11 Prozent geschrumpft.
Bis zur Jahresmitte hatte sich der deutsche Automarkt inmitten der europäischen Absatzkrise noch relativ robust gezeigt. Doch im Juli, August und September wurden weniger Autos zugelassen und das Plus der ersten Monate trotz höher Rabatte der Hersteller und Händler komplett aufgezehrt. Insgesamt schrumpfte der Pkw-Markt von Januar bis Oktober laut VDIK um 1,6 Prozent auf 2,62 Millionen Neuzulassungen. Dabei sei die Zahl der neuen Pkw mit Dieselmotor um 1,5 Prozent gestiegen.
rei/dpa/rtr
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