Freitag, 22. Februar 2019

Absatzflaute Fiat verdoppelt Verluste in Europa

Fiat-Chef Sergio Marchionne: Das Chrysler-Investment in den USA hält den Turiner Traditionskonzern knapp über Wasser

Der italienische Autobauer Fiat hat seine Verluste in Europa verdoppelt und rechnet bis mindestens ins Jahr 2014 hinein mit einer Fortsetzung der Absatzkrise. Nur dank der US-Tochter Chrysler gerät Fiat nicht in die roten Zahlen.

Turin - Der Handelsverlust im Europa-Geschäft habe sich im dritten Quartal auf 238 Millionen Euro ausgeweitet, teilte Fiat am Dienstag mit. Nur dank der sprudelnden Umsätze des vor drei Jahren noch strauchelnden Chrysler-Konzerns, der mehrheitlich zu Fiat gehört, konnten die Italiener einen Handelsgewinn von 951 Millionen Euro ausweisen - und damit sogar etwas mehr als von Experten mit 910 Millionen Euro erwartet.

Trotz der grassierenden Branchenflaute in Europa bekräftigte der Turiner Traditionshersteller seine Ziele für 2012. Allerdings werde der Markt in Europa für den Rest des Jahres schwach bleiben, teilte Fiat mit. Auch 2013 werde sich daran nichts ändern und mindestens teilweise gelte dies auch für 2014.

Neue Ziele für dieses Jahr gab Fiat Börsen-Chart zeigen aber nicht aus. Der Nettoschuldenstand lag mit 6,7 Milliarden Euro per Ende September zudem höher als von Analysten mit 6,5 Milliarden Euro geschätzt.

Die Nachrichten brachten die Fiat-Aktie erheblich unter Druck: Sie verloren nach der Vorlage der Bilanz mehr als vier Prozent und wurden deshalb gegen Mittag sogar zeitweise vom Handel ausgesetzt.

Chrysler setzt Comeback fort

Quasi alle Autobauer bekommen die Absatzkrise in Europa zu spüren. Der US-Autobauer Ford greift deswegen zu drastischen Maßnahmen und schließt gleich drei Werke. PSA Peugeot Citroen hatte bereits vor drei Monaten mit der Ankündigung einer Werkschließung Schockwellen durch die gesamte Branche geschickt.

Auch bei Ford Börsen-Chart zeigen weitete sich der Verlust vor Steuern im Europa-Geschäft aus, wie der US-Konzern mitteilte . Glücklich können sich diejenigen Hersteller schätzen, die die Flaute in Europa durch wachstumskräftige Märkte ausgleichen können. So setzt Chrysler seine Erholung fort und hilft Fiat damit in gewisser Weise aus der Patsche.

Chrysler wies am Montagabend für das dritte Quartal einen Gewinnanstieg um 80 Prozent auf 381 Millionen Dollar aus. Der Umsatz kletterte um 18 Prozent auf 15,5 Milliarden Dollar. Der Autobauer bekräftigte zudem seinen Ausblick für 2012: Danach soll bei einem Umsatz von 65 Milliarden Dollar ein Nettogewinn von 1,5 Milliarden Dollar erwirtschaftet werden.

la/reuters

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