Freitag, 16. November 2018

Joint Venture SB LiMotive Bosch stoppt Batteriebund mit Samsung

Elektroauto-Batterie von SB Limotive: Künftig entwickelt Bosch die Akkus alleine weiter

Gekriselt hatte es schon länger - doch nun ist nach nur vier Jahren endgültig der Saft raus: Bosch trennt sich bei dem Batterie-Jointventure SB Limotive von Samsung. So will Bosch unabhängiger werden. Doch ganz zerschlägt Bosch die Bande mit Samsung nicht.

Stuttgart - Bosch will bei der Batterieentwicklung künftig ohne seinen bisherigen Partner Samsung auskommen. Das paritätische Joint Venture SB LiMotive mit dem südkoreanischen Hersteller werde aufgelöst, teilte Bosch am Mittwoch mit. Damit würden die Schwerpunkte in der Batterieentwicklung und -fertigung für Hybrid- und Elektrofahrzeuge neu gesetzt.

Bosch will zu einem Kaufpreis von umgerechnet 45 Millionen Euro das Batteriesystemgeschäft von Samsung übernehmen, wie ein Sprecher bestätigte.

SB LiMotive war 2008 mit dem Ziel gegründet worden, die Lithium-Ionen-Batterietechnik für den Einsatz und die Anforderungen im Automobil weiterzuentwickeln. Bosch wird nach eigenen Angaben weiterhin mit Samsung auf dem Gebiet kooperieren und hat auch den wechselseitigen Zugang zu den Patenten vereinbart.

Ein wesentlicher Grund für das Ende der Firmenbeziehung sei der Wille, unabhängiger zu werden und auch den europäischen Markt besser zu bedienen. "Mit der Neuordnung können wir hinsichtlich Marktfokus und Geschwindigkeit besser auf die Anforderungen unserer Kunden eingehen und werden unsere Marktaktivitäten weiterhin intensiv ausbauen", sagte Bernd Bohr, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik laut Mitteilung.

Bosch will Batteriefertigung in Europa aufbauen

Bosch werde auch künftig in Zelltechnologie investieren. Beide Konzerne hätten Zugriff auf 3000 Patente aus der Zeit des Joint Venture. Im Zuge der Neuordnung integriere Bosch auch das für den US-Markt wichtige Tochterunternehmen Cobasys mit den Standorten Orion, Michigan und Springboro.

Bosch plane, die Aktivitäten auf dem Gebiet der Elektrochemie und der Fertigung von Lithium-Ionen-Batteriezellen weiter auszubauen. Ziel sei es, die Forschung und Entwicklung von leistungsfähigen Speicherzellen in Deutschland zu etablieren. Damit wüchsen nicht nur die Kompetenzen bei Batterien für die Elektromobilität, sondern auch für zukünftige stationäre Energiespeicher.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei der Aufbau einer Fertigung in Europa. Die Bosch-Gruppe investiere allein 400 Millionen Euro pro Jahr in den Bereich Elektromobilität. Derzeit beschäftigt Bosch in diesem Bereich mehr als 1100 Mitarbeiter - inklusive der rund 300 Batteriespezialisten bei SB LiMotive Deutschland in Stuttgart und Cobasys in den USA.

Bosch will langfristig auf dem Feld der "grünen" Technologien zu wachsen - dort sehen die Schwaben das Geschäft der Zukunft. Das Engagement bei Solartechnik brachte dem Konzern 2011 allerdings erhebliche finanzielle Belastungen. Die Batterietechnik gilt derzeit als eines der größten Probleme bei Elektroautos. Die Batterien sind noch sehr teuer und schwer und ermöglichen nur eine vergleichsweise geringe Reichweite der Elektroautos.

wed/dapd/dpa

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