Mittwoch, 14. November 2018

Absatzstatistik Deutscher Automarkt schwächelt

Auf Halde: VW-Neuwagen in Wolfsburg

Erstmals in diesem Jahr schrumpft der deutsche Automarkt. Das im Mai gemessene Minus der Neuzulassungen ist so stark, dass es fast das ganze Wachstum dieses Jahres aufzehrt. Heimische Marken sind davon besonders betroffen - mit wenigen Ausnahmen.

Flensburg - Der Frühlingsaufschwung am deutschen Automarkt ist vorbei: Im Mai wurden mit knapp 290.000 Neuwagen 4,8 Prozent weniger zugelassen als ein Jahr zuvor, wie das Kraftfahrtbundesamt am Montag in Flensburg mitteilte. Damit ist der Pkw-Markt seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch hauchzart mit 0,3 Prozent im Plus. Nach den Angaben wurden von Januar bis Mai in Deutschland 1,34 Millionen Autos neu zugelassen.

"Die Kunden werden mit den Nachrichten aus Südeuropa vorsichtiger und denken länger über einen Autokauf nach", sagte Marktforscher Ferdinand Dudenhöffer. Dudenhöffer, der das CAR-Institut an der Uni Duisburg-Essen leitet, verwies darauf, dass der Mai durch zwei Feiertage zwar weniger Verkaufstage hatte. Die Marktschwäche sei jedoch spürbar. Dies könne auch an höheren Preisabschlägen abgelesen werden, mit denen die Hersteller versuchen, die Kundschaft bei der Stange zu halten.

Anders als die anderen deutschen Marken setzten Porsche Börsen-Chart zeigen (+12,3 Prozent) und Audi Börsen-Chart zeigen (+5,8 Prozent) im Mai deutlich mehr Fahrzeuge ab als vor einem Jahr. Mercedes erreichte fast sein Vorjahresniveau (-0,1 Prozent), BMW/Mini gaben um 5,3 Prozent nach. Opel musste erneut ein kräftiges Minus von 11 Prozent hinnehmen. Noch stärker gingen die Neuzulassungen bei Peugeot Börsen-Chart zeigen mit minus 17 Prozent zurück. Wachstumsraten von 20 bis 50 Prozent zeigten die asiatischen Importmarken Toyota Börsen-Chart zeigen, Kia und Honda Börsen-Chart zeigen.

Während Kleinstwagen, Minivans, Geländewagen und Wohnmobile weiterhin häufiger verkauft wurden, brach die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen dramatisch ein. Besonders betroffen war das Segment der Lastwagen mit 12 bis 20 Tonnen. Hier betrug das Minus 32 Prozent.

Bisher hatte sich Deutschland erfolgreich gegen die Autoabsatzkrise in Europa gestemmt. So liegen die Verkäufe etwa in Frankreich und Italien mehr als 20 Prozent im Minus.

ak/dpa/dapd/rtr

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