Dienstag, 17. Juli 2018

Daimler-Stadtauto "Der Elektro-Smart wird sich durchsetzen"

Elektroautos: Welche E-Mobile zu den Händlern kommen
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Zu teuer, zu geringe Reichweiten: Die Verkäufe der ersten Großserien-Stromer liegen weit unter den Erwartungen. Smart-Chefin Annette Winkler ist trotzdem optimistisch, dass die Elektroversion des Kleinstwagens zum Erfolg wird - und will ihn auch in China anbieten.

mm: Frau Winkler, im Juni dieses Jahres kommt der Smart mit Elektroantrieb zu den deutschen Händlern. In der Branche ist die Euphorie über den Batterieantrieb aber verflogen. Halten Sie trotzdem an Ihren Absatzzielen fest?

Winkler: Ja. Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass wir den Elektro-Smart ab 2013 in fünfstelliger Zahl verkaufen werden. Bereits heute sind über 2000 Smart Fortwo Electric Drive in Kundenhand. Dadurch haben wir viele Erfahrungen der bisherigen Fahrer unserer elektrischen Smart sammeln können, die in der neuen Generation bereits berücksichtigt sind.

mm: Wieso sollte ausgerechnet der Smart Hersteller wie Nissan und General Motors schlagen, deren Elektroautos sich nur schleppend verkaufen?

Winkler: Der Smart war von Beginn an elektrisch geplant. Seine ganze Konstruktion ist auf diesen Antrieb ausgelegt, und er ist der konsequenteste Stadtwagen auf dem Markt. Unsere Kunden, die einen Smart mit Verbrennungsmotor haben, fahren heute im Schnitt 40 bis 60 Kilometer pro Tag. Dafür reicht eine Batterieladung mehr als aus. Zudem macht das Fahren mit Elektroantrieb einfach Spaß. Das finde ich ebenso wichtig wie alle rationalen und ökologischen Argumente.

mm: Die hohen Anschaffungskosten für ein Elektroauto schrecken aber viele ab.

Winkler: Weniger als 16.000 Euro netto für das Fahrzeug sind ein durchaus erschwinglicher Preis. Mit der Batteriemiete von monatlich unter 60 Euro vor Steuern geben wir dem Kunden auch Sicherheit bezüglich der Zuverlässigkeit der Batterie. Hinzu kommt, dass der Verbrauch sehr günstig ist: Unsere Kunden müssen für 100 Kilometer Fahrt nur zwei bis drei Euro an Stromkosten kalkulieren. Nach der ersten Euphorie hinterfragen jetzt viele, ob sich der Elektroantrieb durchsetzt. Für den Smart beantworten wir diese Frage mit einem ganz klaren Ja.

mm: Ihre Konzernmutter Daimler entwickelt eigens für den chinesischen Markt ein Elektroauto. Werden Sie den Smart mit Elektroantrieb trotzdem parallel in China anbieten?

Winkler: Wir arbeiten gerade daran, eine Zertifizierung für den Elektro-Smart in China zu bekommen. Zusätzlich wird Daimler in China gemeinsam mit Build Your Dreams ein Elektroauto unter einer anderen Marke bauen. Dieses Fahrzeug und unser Smart sind komplett unterschiedliche Konzepte und haben ganz verschiedene Zielgruppen.

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