Dienstag, 23. Januar 2018

Zwölfte Marke von VW Ducati-Übernahme durch Audi fast perfekt

Neunfacher Weltmeister: Valentino Rossi gehört seit 2011 zum Ducati-Team

2. Teil: VW liebäugelt seit langem mit Ducati

Doch so glamorös Ducati auch nach außen erscheint - der 1926 gegründete Traditionsbetrieb hat bewegte Zeiten hinter sich. Eigentümerwechsel, zu hohe Kosten und Absatzkrisen brachten die stolzen Zweiradkonstrukteure aus Bologna immer wieder in die Bredouille. Mitte der 80er-Jahre ging Ducati an den Konkurrenten Cagiva, der den "Ferrari unter den Motorradherstellern" 1996 an den US-Finanzinvestor Texas Pacific Group weiterrreichte. Als die italienische Beteiligungsfirma Investindustrial im Jahr 2006 Ducati für rund 300 Millionen Euro übernahm, war der Motorradhersteller ein Sanierungsfall mit tiefroten zahlen.

Investindustrial-Chef Andrea Bonomi drückte die Kosten, entließ einige Manager - und setzte gleichzeitig auf Expansion. So zog Ducati unter seiner Führung zwei Werke in Thailand und Brasilien hoch, das Vertriebsnetz erstreckt sich nun bis nach China und Indien. Der Lohn seiner Mühen zeigte sich im vergangenen Jahr. Da legte Ducati trotz Branchenkrise das beste Ergebnis der Firmengeschichte vor.

Für Audi ist Ducati eine Rückkehr zu den Wurzeln

Audis Konzernmutter Volkswagen hat schon seit langem ein Auge auf den noblen Motorradhersteller geworfen. Bereits im Jahr 2005 interessierten sich die Wolfsburger intensiv für Ducati - ließen letztlich jedoch die Finger von den damals defizitären Italienern. 2009 deutete Ferdinand Piëch erneut Interesse an den Italienern an.

Nun soll die Volkswagentochter Audi den Italiener unter die Arme greifen. Audi hatte bereits in den 70er-Jahren den Einstieg ins Motorradgeschäft vorbereitet. Die Ingolstädter, der heutige Volkswagen-Aufsichtsratschef Piech war damals Audi-Entwicklungschef, hatten damals den Prototyp Z02 entwickelt. Das Motorrad, ausgestattet mit einem 60-PS-Motor mit rund 1100 Kubikzentimetern Hubraum, kam allerdings niemals in den Handel. Die Konzernzentrale in Wolfsburg verweigerte ihre Zustimmung. Heute steht die Z02 im Audi-Forum unweit des Ur-Quattros.

Bereits seit Februar zeichnet sich ab, dass Ducati in die Hände eines neuen Eigentümers wechseln könnte. In einem Interview mit der Financial Times erklärte Investindustrial-Chef Bonomi damals, dass Ducati jetzt ein perfektes Unternehmen sei. "Um weiter wachsen zu können, braucht es aber die Unterstützung eines Branchenpartners von Weltrang", konstatierte Bonomi vor einem Monat. Auf diesen Partner wolle er dieses Jahr noch hinarbeiten. Es sieht so aus, als hätte Bonomi ihn jetzt in der Volkswagen-Tochter Audi gefunden.

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