Sonntag, 23. September 2018

Nach Rekordjahr BMW will Rivalen auf Distanz halten

Fahrzeugproduktion bei BMW: Der Hersteller ist derzeit erfolgreicher denn je

Der Autobauer BMW hält nach einem Rekordjahr die Rivalen Audi und Daimler auf Distanz. 2011 verkauften die Münchener so viele Autos wie nie zuvor, wobei die Konzerntochter Rolls-Royce eine mehr als 30 Jahre alte Rekordmarke einstellte. Vor allem in den USA will BMW weiterhin punkten.

München/Detroit - Insgesamt setzte der BMW-Konzern im vergangenen Jahr weltweit 1,67 Millionen Fahrzeuge der drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce ab - ein Plus von 14,2 Prozent, wie der Konzern am Montag in München zum Start der US-Automesse in Detroit mitteilte. Auch Audi und Daimler vermelden für 2011 Rekorde, bleiben aber hinter dem bayerischen Branchenprimus zurück.

"2011 war ein hervorragendes Jahr für die BMW Group. Unser Absatzziel von mehr als 1,6 Millionen verkauften Fahrzeugen haben wir deutlich übertroffen", sagte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson. Robertson will auch künftig die Spitzenposition in seinem Segment halten. "Wir wollen auf allen Kontinenten ausgewogen wachsen und auch in 2012 der erfolgreichste Premium -Automobilhersteller bleiben", sagte er.

Vor allem auf dem riesigen Automarkt USA will BMW den Vorsprung vor dem Konkurrenten Mercedes weiter ausbauen. Im vergangenen Jahr waren die USA mit 305.418 (+14,9 Prozent zum Vorjahr) verkauften Fahrzeugen der größte Absatzmarkt für die BMW-Gruppe. Die Marke BMW sicherte sich mit einem Absatz von 247.907 Einheiten den Titel des größten Oberklasse-Herstellers in den Vereinigten Staaten ganz knapp vor Mercedes. Die Schwaben verkauften 2715 Autos weniger.

Die Luxusmarke Rolls Royce hat unterdessen 2011 ebenfalls so viele Autos verkauft wie nie zuvor. Mit 3538 verkauften Wagen lag das Plus im Vergleich zum Vorjahr bei 31 Prozent, sagte Torsten Müller-Ötvös, Chef der britischen BMW-Tochter, am Montag in London. Bisher hatte 32 Jahre lang die Höchstmarke aus dem Jahr 1978 gegolten.

Große Hoffnungen in den USA - Konkurrent Audi greift an

Große Hoffnungen verbindet Robertson in den USA mit der neuen Generation des 3er BMW, die im Februar zu den Händlern kommt. "Der 3er ist auf den US-Kunden zugeschnitten, deshalb werden wir schneller zulegen als der Markt." Der Autoverband VDA sagte am Montag für 2012 ein Plus von 5 Prozent für den US-Markt voraus.

Weltweit bleibt vor allem Audi BMW Börsen-Chart zeigen dicht auf den Fersen. Die VW-Tochter steigerte den Absatz 2011 um satte 19,2 Prozent und verkaufte weltweit 1 302 650 Autos. "2011 war ein beispielloses Jahr in der Audi-Geschichte: Nie zuvor haben wir in einem Jahr so viele neue Kunden gewonnen", sagte Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer.

Vor allem in China legten die Ingolstädter weiter kräftig zu. Das Reich der Mitte ist für Audi inzwischen der größte Einzelmarkt, 2011 wurden hier allein 227.938 Autos verkauft, fast 60.000 mehr als im wichtigen deutschen Heimatmarkt.

Auch Daimler mit Rekordwerten

Daimler Börsen-Chart zeigen hatte bereits in der vergangenen Woche Rekordwerte vermeldet. Insgesamt setzten die Stuttgarter 1 362 908 Fahrzeuge der Pkw-Marken Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach ab - 7,7 Prozent mehr als 2010. "2012 werden wir unsere Produktoffensive konsequent fortsetzen und weitere attraktive Fahrzeuge auf den Markt bringen, die uns zusätzlichen Rückenwind geben werden", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Bei der Kernmarke Mercedes-Benz waren es 1.260.912 Autos, damit liegen die chwaben hinter der Konkurrenz aus Ingolstadt auf dem dritten Platz.

Der Ansturm der Asiaten auf Luxusautos bescherte auch dem Sportwagenbauer Porsche ein Rekordjahr. Weltweit seien im vergangenen Jahr 118 867 Fahrzeuge verkauft worden - ein Plus von 22,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie Porsche in Stuttgart mitteilte. Im neuen Jahr soll die neue 911-Generation starke Impulse setzen.

BMW legte 2011 vor allem in Asien zu. Dort verkauften die Münchner mit 373 613 Autos rund 31 Prozent mehr als 2010. In Europa wuchsen die Verkäufe um 8,5 Prozent auf 857 792 Fahrzeuge. Weltweit erwartet Robertson 2012 ein Branchenwachstum zwischen 4 und 5 Prozent. Die BMW-Gruppe soll nach den Prognosen stärker als der Markt, aber einstellig wachsen.

Der Hersteller werde in den kommenden Jahren weiter in europäische Werke investieren, sagte Robertson: "Die Kapazität wird ausgebaut, bis wir in der nahen Zukunft unser Absatzziel von 2 Millionen Autos pro Jahr produzieren können."

cr/rtr/dpa/apd

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