Montag, 20. November 2017

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Autoindustrie Deutsche Autobauer im US-Fieber

Im US-Fieber: Wie deutsche Autobauer in Amerika Gas geben
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DPA

Die deutschen Autoschmieden fahren in den USA auf der Überholspur. 2011 sind sie mit einem Absatzplus von 24 Prozent doppelt so schnell gewachsen wie der US-Markt. Auch 2012 ruhen die Hoffnungen der Weltautobranche auf den USA - auch jene der deutschen Hersteller.

Hamburg - Die Amerikaner haben enormen Nachholbedarf beim Neuwagenkauf. Volkswagen Börsen-Chart zeigen hat im Mai in der neuen Fabrik in Chattanooga - Tennessee - die Serienfertigung des auf Amerika zugeschnittenen Passat begonnen. Seitdem steigert der Konzern seinen Absatz im Jahresvergleich um über 22 Prozent. BMW Börsen-Chart zeigen konnte die Produktion nach einem 750 Millionen Dollar umfassenden Ausbau seiner Kapazität im Werk Spartanburg um satte 80 Prozent hochschrauben.

Mercedes und BMW machen gemeinsam dem japanischen Konkurrenten Toyota Börsen-Chart zeigen die Krone im Luxuswagen-Segment streitig. Audi Börsen-Chart zeigen hat schon an Thanksgiving im November den US-Absatz des Vorjahres übertroffen und plant bekanntlich eine Fabrik in Nordamerika. Die Hinweise verdichten sich auf einen Standort im Süden der USA, während der Hersteller sich offiziell erst noch zwischen den USA und Mexiko entscheiden muss. Die lokale Fertigung auf dem Kontinent wird dann irgendwann ab 2015 beginnen.

Die US-Autoverkäufe haben im November um 14 Prozent zugenommen. Aufs Jahr hochgerechnet konnten sie mit einem Absatzvolumen von 13,6 Millionen Fahrzeugen den besten Wert seit dem August 2009 erzielen. Damals brachte die US-Version der Abwrackprämie - das "Cash for clunkers"-Programm - die US-Branche mit staatlicher Nachhilfe auf Hochtouren.

Dass sich die Verkäufe so gut entwickeln, obwohl die Rabattschlachten der Hersteller nicht ganz so heiß wogen wie vor einem Jahr, ist ein gutes Zeichen. "Das Momentum im Markt ist echt", sagt der Vizepräsident für Marketing und Verkauf bei Ford Börsen-Chart zeigen in den USA, Ken Czubay.

Großer Nachholbedarf am US-Automarkt

Mehr noch. Der US-Markt hat auch einigen Nachholbedarf. Die US-Konsumenten haben seit der Finanzkrise ungezählte Neuwagenkäufe zurückgestellt. Das sieht man an der enorm niedrigen Verschrottungsrate. Sie liegt für gebrauchte Pkw deutlich unter dem langjährigen Schnitt. Das Durchschnittsalter des US-Fuhrparks hat daher bereits elf Jahre erreicht.

Vor Ausbruch der großen Rezession waren die Fahrzeuge im Schnitt zwei Jahre jünger gewesen. Der Autoanalyst Carlos Gomes bei der kanadischen Scotiabank sagt dem US-Markt für 2012 eine Zunahme der Pkw-Verkäufe auf 13,5 Millionen Einheiten vorher. Das wäre der höchste Wert seit 2007. Auch Gomes sieht als wichtigsten Treiber des Marktes aufgeschobene Ersatzanschaffungen.

Beim Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) erwartet man für den US-Markt ein Wachstum von 5 Prozent, im Vergleich zu den 4 Prozent Zuwachs, die global angepeilt werden. "Jeder achte neu registrierte Pkw in den USA stammt von einem deutschen Hersteller", freut sich VDA-Präsident Matthias Wissmann.

Damit übernimmt der nach China größte Pkw-Markt der Welt für das kommende Jahr noch mehr als im laufenden Jahr die Rolle eines Zugpferdes. Dass das auch in diesem Jahr schon so war, zeigt das Beispiel Volkswagen. Die Wolfsburger konnten ihren Absatz bis einschließlich November im US-Markt um 22,5 Prozent steigern. Das ist sogar mehr als der Zuwachs in Asien-Pazifik, wo VW im selben Zeitraum ein Plus von 18,3 Prozent verzeichnete.

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