Donnerstag, 25. August 2016

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Hyundai Koreariese fordert VW im Lkw-Geschäft heraus

Konkurrenz für VW und Fiat: Der koreanische Autohersteller Hyundai drängt mit aller Macht in den Markt für leichte Nutzfahrzeuge

Der koreanische Autohersteller Hyundai will im Segment der leichten Nutzfahrzeuge stark wachsen. Hyundai arbeitet an einer neuen Nutzfahrzeug-Plattform und will 2015 die ersten neuen Modelle auf den Markt bringen. Geplant ist ein Absatz von zwei Millionen Fahrzeugen.

Hamburg - Hyundai entwickelt eine gemeinsame Plattform für seine leichten Nutzfahrzeuge bis 7,5 Tonnen. Das erfuhr die Onlineausgabe des manager magazins aus mit den Planungen vertrauten Kreisen.

Die neue Nutzfahrzeugplattform wird mit dem Know-how deutscher Zulieferer entwickelt, hieß es. Ab 2014 oder 2015 sollen die neuen Hyundai-Nutzfahrzeuge auf den Markt kommen, hieß es gegenüber manager magazin. Hyundai peilt den Planungen zufolge einen weltweiten Absatz von zwei Millionen Nutzfahrzeugen an, die auf der Basis der neuen, gemeinsamen Bodenplatte gefertigt werden sollen.

Preislich sollen die Basisversionen der Fahrzeuge zwischen 15.000 und 20.000 Euro liegen. Damit dürften die Fahrzeuge billiger werden als etwa der Fiats Transporter Iveco Daily, der ab 17.200 Euro erhältlich ist.

Hyundais Fahrzeugarchitektur werde sehr robust ausfallen, damit die Fahrzeuge auch auf dem asiatischen Markt leicht repariert werden könnten, hieß es. Die neue Plattform werde verschiedene Aufbauten zulassen. Unter anderem könne auf der Plattform auch ein Kleinbus für den Personentransport entstehen.

Transporter mit reinem Elektroantrieb denkbar

Die für die Nutzfahrzeuge geplanten Motoren erfüllen die Euro-6-Abgasnorm und werden sehr sparsam sein, hieß es. Hyundai werde für seine Nutzfahrzeuge sowohl Benzin- als auch Dieselmotoren anbieten. Ursprünglich plante Hyundai auch eine Hybrid-Version seiner Transporter. Diese Idee passte aber letztlich nicht in das Plattform-Konzept. Denkbar sei es aber, dass Hyundai eine rein elektrisch angetriebene Version seiner neuen Transporter-Generation für den Stadtverkehr auf den Markt bringen werde.

Hyundai will die Fahrzeuge weltweit verkaufen, auch in Deutschland. Bisher bietet der koreanische Hyundai-Kia Konzern, der sich zum fünftgrößten Autohersteller weltweit emporgearbeitet hat, in Deutschland nur den Transporter H1 ab 23.500 Euro an.

"Ausschließen können wir Pläne für die Nutzfahrzeugsparte nicht. Der Konzern ist weiterhin auf Wachstumskurs", sagte eine Sprecherin von Hyundai Deutschland auf Anfrage der Onlineausgabe von manager magazin. "Die konkreten Angaben können wir weder bestätigen noch dementieren."

Hyundais Vorstoß dürfte in Europa den Markt für leichte Nutzfahrzeuge unter Druck bringen. Wenn Hyundai seine Nutzfahrzeug-Plattform wie geplant umsetzt, könnte auch Volkswagens Nutzfahrzeugsparte in Europa unter Zugzwang geraten. Bisher gibt man sich in Wolfsburg gelassen. "Im Bereich leichter Nutzfahrzeuge ist Hyundai kein direkter Wettbewerber", sagte Pressesprecher Andreas Meurer gegenüber manager magazin. Es gebe derzeit keine Planungen, die VW-Nutzfahrzeugpalette mit den Modellreihen Amarok im Pick-Up-Bereich, T5, Caddy und Crafter nach unten oder nach oben auszuweiten.

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