Montag, 11. Dezember 2017

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Einstieg bei SGL Carbon Volkswagen überrascht BMW

Objekt der Begierde: Sowohl Volkswagen als auch BMW haben Interesse an SGL Carbon

Mit mehr als 8 Prozent ist der Autobauer Volkswagen beim Grafitspezialisten SGL Carbon eingestiegen. SGL arbeitet eng mit BMW zusammen und befindet sich zum hauptsächlich im Besitz der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten. Sowohl BMW als auch Klatten wurden von Volkswagen offenbar kalt erwischt.

Genf - Der Autobauer BMW wurde vom Einstieg des Konkurrenten Volkswagen Börsen-Chart zeigen beim Kooperationspartner SGL Carbon Börsen-Chart zeigen überrascht. "VW hat uns nicht unterrichtet", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer am Dienstag auf dem Genfer Autosalon. BMW Börsen-Chart zeigen sei daher nicht vorgewarnt gewesen. Die Beteiligung von VW an SGL sei "interessant", eine Bewertung sei derzeit schwierig zu treffen. Auf die gemeinsamen Aktivitäten mit SGL bei der Nutzung von Kohlefaserverbundstoffen für den Automobilbau habe der VW-Einstieg aber keine Auswirkungen.

Ähnlich klingt die Einschätzung auf Seiten von SGL-Hauptaktionärin Susanne Klatten, die nach dem Einstieg von Volkswagen beim Wiesbadener Grafitspezialisten offenbar auf der Hut ist. "Wir sehen das seitens Skion mit Distanz und Wachsamkeit", sagte ein Sprecher von Klattens Beteiligungsgesellschaft Skion am Dienstag.

VW hatte überraschend 8,18 Prozent an SGL Carbon erworben und war damit direkt zum zweitgrößten Anteilseigner aufgestiegen. Die Quandt-Erbin, die auch Großaktionärin des VW-Rivalen BMW ist, hält über Skion 22,25 Prozent an SGL. Klatten erwägt, diesen Anteil auf gut 25 Prozent aufzustocken. "Wenn eine Sperrminorität erforderlich sein sollte, könnten wir das in Kürze bewerkstelligen", sagte der Skion-Sprecher. SGL arbeitet mit BMW eng bei Carbonfaser-Verbundwerkstoffen zusammen, einer Technologie, die in der gesamten Autobranche an Bedeutung gewinnt. SGL gehört zu den Markführern auf diesem Gebiet.

Beim Absatz ging es für beide großen Autobauer weiter aufwärts. Volkswagen meldete am Vorabend in Genf erneut ein Absatzplus im Januar und will im laufenden Jahr einen weiteren Verkaufsrekord aufstellen. Auch bei BMW sei der Februar "gut" gelaufen, sagte Unternehmenschef Reithofer. Der Pkw-Absatzzuwachs habe im zurückliegenden Monat bei rund 20 Prozent gelegen, sowohl bei der Kernmarke BMW als auch in der Markengruppe mit Mini. "Wir hatten in der Absatzkrise das älteste Produktprogramm", sagte Reithofer. Jetzt profitiere BMW von vielen neuen Produktanläufen.

Beim Absatz in China sei BMW von den jüngsten Pkw-Zulassungsbeschränkungen der Behörden etwa in der Hauptstadt Peking nicht betroffen. "Wir haben davon nichts gespürt", sagte der Manager. BMW stelle sich in China mittel- und langfristig auf ein Absatzwachstum von im Schnitt jährlich rund zehn Prozent ein. Darauf sei auch der Kapazitätsausbau ausgerichtet. 2012 nehme in China ein zweites Werk seine Produktion auf, dadurch könne BMW 100.000 zusätzliche Autos im Reich der Mitte produzieren.

Bei der Einkaufskooperation mit Daimler kämen beide Partner "sehr erfolgreich" voran, sagte Reithofer. Beide Unternehmen sparten durch den gemeinsamen Einkauf von Baugruppen und -teilen einen niedrigen dreistelligen Millionen-Betrag.

cr/rtr

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