Sonntag, 16. Dezember 2018

Nach 30 Jahren Ford gibt Mazda-Aktien ab

Mazda-Studie Shinari: Für große Würfe sind die Japaner auf Partner angewiesen

Erstmals seit 1979 ist Ford nicht mehr der größte Aktionär des japanischen Partners Mazda. Der Verkauf von Anteilen soll Mittel für die Expansion in China freisetzen. Die Unternehmen halten aber an ihrer engen Zusammenarbeit fest.

Tokio - Der US-Autokonzern Ford trennt sich von mehr als zwei Dritteln seiner Anteile am japanischen Partner Mazda. Wie Mazda am Donnerstag bekanntgab, reduziert Ford seine Beteiligung von derzeit 11 Prozent auf 3,5 Prozent. Damit würde Ford erstmals seit 31 Jahren seinen Titel als größter Anteilseigner bei Mazda abgeben. Der Verkauf solle schon bis Freitag abgeschlossen sein.

Ford Börsen-Chart zeigen bleibe "der 30-jährigen strategischen Partnerschaft mit Mazda Börsen-Chart zeigen verpflichtet", teilte das Unternehmen mit. Mazda und Ford betreiben unter anderem gemeinsame Fabriken und nutzen gemeinsame Plattformen für ihre Modelle. Ford verspricht sich von dem Schritt mehr Flexibilität für seine chinesischen Geschäfte.

Ford war 1979 mit 25 Prozent zum größten Aktionär des japanischen Autobauers geworden, als der kurz vor der Pleite stand. 1996 hatten die Amerikaner ihren Anteil auf 33,4 Prozent aufgestockt und die Kontrolle über das Management bei dem in Hiroshima ansässigen Autohersteller übernommen.

Im Zuge seiner Umstrukturierung reduzierte Ford seine Beteiligung 2008 auf 13 Prozent, weil der Autobauer dringend Geld benötigte. Anders als die großen US-Wettbewerber General Motors und Chrysler konnte der ebenfalls hochverschuldete Ford-Konzern eine Insolvenz und Staatshilfe abwenden. Durch eine Kapitalerhöhung bei Mazda verringerte sich der Anteil schließlich auf 11 Prozent.

Japanischen Medienberichten zufolge wollen rund zehn Unternehmen, darunter Mazdas wichtigste Bank Sumimoto Mitsui, die Anteile von Ford übernehmen. Das Geldinstitut ist derzeit zu 2,9 Prozent an Mazda beteiligt und plant laut der Finanzzeitung "Nikkei" den Anteil auf fast 4 Prozent aufzustocken. Größter Aktionär würde die zum US-Finanzriesen JPMorgan Chase Börsen-Chart zeigen gehörende Chase Manhattan Bank mit 7 Prozent der Anteile.

Mit einem jährlichen Absatz von nur 1,2 Millionen Autos und einer außergewöhnlich hohen Exportquote von 80 Prozent der in Japan gefertigten Fahrzeuge, die in Zeiten des starken Yen zur Belastung wird, ist Mazda dringend auf Hilfe eines größeren Partners angewiesen. Anders als die heimischen Wettbewerber Toyota Börsen-Chart zeigen, Nissan Börsen-Chart zeigen und Mitsubishi Börsen-Chart zeigen hat Mazda keinen eigenen Elektro- oder Hybridantrieb entwickelt.

ak/dpa-afx/reuters/ap

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