Sonntag, 26. Juni 2016

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VW-Dieselgate Durchatmen für den VW-Chef: Zeugen entlasten Matthias Müller

Matthias Müller, Vorstandschef des Volkswagen-Konzerns.

Ab wann wusste Matthias Müller, dass VW verbotene Software einsetzte? Nach SPIEGEL-Informationen haben mehrere Manager zu seinen Gunsten ausgesagt - es geht um eine Sitzung mit dem damaligen Konzernchef Winterkorn.

Im Skandal um Dieselmotoren wird VW-Konzernchef Matthias Müller durch die Aussagen mehrerer Manager entlastet. Müller war vorgeworfen worden, er sei schon zwei Wochen vor dem Eingeständnis Volkswagens über die verbotene Software informiert worden - und zwar auf einer Sitzung des Konzernvorstands am 8. September 2015.

Gegenüber der Kanzlei Jones Day, die den Skandal untersucht, sagten mehrere VW-Manager nach Informationen des SPIEGEL nun naus, dass der damalige Konzernchef Martin Winterkorn auf dieser Sitzung lediglich gesagt habe, es gebe Probleme mit der Zulassung von Dieselmodellen in den USA. Man sei im Gespräch mit der US-Umweltbehörde und auf gutem Weg, sich zu einigen.

Es habe keinen Hinweis auf Gesetzesverstöße gegeben. Zwei Mitglieder des Konzernvorstands wussten zwar Bescheid: der Chef der Marke Volkswagen, Herbert Diess, und Francisco Javier Garcia Sanz. Doch sie hätten beim Treffen des Konzernvorstands geschwiegen. Die anhaltende Unsicherheit, wer wann was gewusst hat, hat inzwischen in der Konzernzentrale in Wolfsburg zu teils gefährlichen Konflikten geführt - wie manager magazin in seiner Geschichte "Wolfsburg Wars" seiner aktuellen Ausgabe beschreibt.

Durchsuchung bei VW-Tochter

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig im Rahmen der VW-Abgasaffäre gehen weiter als bislang bekannt. Bereits im Oktober durchsuchten die Beamten Räume des Autotechnikentwicklers IAV. Die Firma mit Sitz in Berlin beschäftigt weltweit 6500 Mitarbeiter.

Das Unternehmen, an dem VW 50 Prozent der Geschäftsanteile hält, ist unter anderem an der Entwicklung der Motorsteuerung von Volkswagen-Pkw beteiligt, möglicherweise auch an jenen Modellen, bei denen die US-Umweltbehörde illegale Software zum Abschalten der Abgasreinigung beanstandet hatte. Weder die Staatsanwaltschaft Braunschweig noch IAV selbst wollten sich zu dem Sachverhalt äußern.

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