Mittwoch, 28. September 2016

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Michael Horn Volkswagen-Chef in USA tritt zurück

Michael Horn

Er war der Top-Manager von Volkswagen in den USA, jetzt stellt Michael Horn seinen Posten zur Verfügung. Nachfolger wird vorerst Ex-BMW-Manager Hinrich Woebcken.

Der US-Vorstandschef von VW, Michael Horn, tritt knapp sechs Monate nach Bekanntwerden des Abgasskandals zurück. Im gegenseitigen Einverständnis mit der Volkswagen AG verlasse Horn das Unternehmen mit sofortiger Wirkung, teilte die US-Tochter Volkswagen Group of America mit.

Horn, der das US-Geschäft seit 2014 geleitet hat und über 25 Jahre bei Volkswagen beschäftigt war, verlasse das Unternehmen, "um sich anderen Aufgaben zuzuwenden", hieß es in der Erklärung. Herbert Diess, Vorsitzender des Markenvorstands von Volkswagen, sprach dem 54-Jährigen seinen persönlichen Dank für dessen großartige Arbeit aus.

Den Posten übernimmt vorerst der langjährige BMW-Manager Hinrich Woebcken, der im Januar zum neuen Nordamerika-Chef ernannt wurde. Woebcken hatte zuletzt die Nutzfahrzeugsparte des Münchner Zulieferers KnorrBremse geleitet.

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte war in den USA durch die Umweltbehörde EPA öffentlich gemacht worden. VW hatte daraufhin den Einsatz einer illegalen Software zugegeben, durch die Stickoxid-Werte von Dieselautos nur auf dem Prüfstand eingehalten werden.

"Was werden Sie im Gefängnis lesen?"

Horn hatte im Oktober als erster aktiver VW-Manager vor dem US-Kongress ausführlich und öffentlich Frage und Antwort zu dem Skandal stehen müssen. Obgleich Horn vor allem gekommen war, um sich zu entschuldigen, schonte manch Abgeordneter ihn nicht. "Wir lassen uns nicht als Crash-Test-Dummies behandeln." Und: "Was werden Sie im Gefängnis lesen?", waren nur einige der Zurufe aus dem Parlament.

Von dem Abgasbetrug sind weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Der ehemalige Konzern-Chef Martin Winterkorn war bereits im September, wenige Tage nachdem der Skandal publik wurde, zurückgetreten.

In den USA verhandelt VW noch mit den Behörden über die Reparatur beziehungsweise den Austausch der Fahrzeuge, in Europa ist der Rückruf bereits angelaufen.

Vor dem Rücktritt Horns hatten Insider berichtet, dass das US-Justizministerium seine Ermittlungen gegen VW ausweite und nun auch dem Verdacht des Bankbetrugs und möglichen Verstößen gegen Steuergesetze nachgehe. Dem Konzern droht durch eine Zivilklage der US-Regierung bereits eine Strafe in zweistelliger Milliardenhöhe.

la/reuters/dpa/AFP/spon

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