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22.01.2013
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Girsky will Werk Bochum Anfang 2015 schließen

Opel-Werk in Bochum: Die Unternehmensführung will das Werk bereits per Februar 2015 schließen - und nicht mehr Ende 2016.
Corbis

Opel-Werk in Bochum: Die Unternehmensführung will das Werk bereits per Februar 2015 schließen - und nicht mehr Ende 2016.

Knalleffekt in Bochum: General Motors rückt von dem mit den Gewerkschaften mühsam ausgehandelten Kompromiss zur Werksschließung ab. Einem Schreiben zufolge, das manager magazin online vorliegt, will GM das Werk Bochum bereits Anfang 2015 dichtmachen.

Bochum - Der kriselnde Autobauer Opel drängt auf eine vorzeitige Schließung des Bochumer Opel-Werk. Das zeigt ein Brief, den der Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky heute an die Mitarbeiter schickte und der manager magazin online vorliegt.

Bislang hatte Opel angekündigt, die Produktion in Bochum 2016 einzustellen - ein Kompromiss, den die Unternehmensführung nach monatelangen Verhandlungen mit Betriebsrat und Gewerkschaften eingegangen war. Das ist nun offenbar Makulatur. Denn in seiner Mitteilung an die Opel-Mitarbeiter schreibt Girsky auf Seite 2:

"Ich möchte hier sehr deutlich sein: Für Bochum heißt das nach wie vor ganz konkret, dass dort nach Auslauf des aktuellen Zafira kein Fahrzeug mehr produziert werden wird." Opel werde sich an den bestehenden Standortsicherungsvertrag halten. Dieser laufe allerdings Ende 2014 aus, so Girsky weiter. "Die Zafira-Produktion in Bochum würde dann auch enden und zum 1. Januar 2015 würde die Fertigung in Bochum komplett eingestellt."

In dem Werk könnten bis zu 3.000 Stellen wegfallen. In dem Schreiben drang Girsky auch auf weitere Kostensenkungen. "Was wir brauchen, sind weitere beträchtliche Einsparungen", schrieb der GM-Vize-Chef in der Mitteilung.

Girsky drängt auf Verhandlungsergebnis im Februar

Alles deute darauf hin, dass der Markt in Europa in diesem Jahr weiter schrumpfen werde. Solange Opel Verluste mache, könne man sich keine Lohnerhöhungen leisten, betonte Girsky, der auch den Aufsichtsrat der Rüsselsheimer Tochter leitet. GM sei bereit, Opel finanziell zu unterstützen. Im Gegenzug müsse die Europa-Tochter wieder profitabel werden.

GM verhandelt bereits seit dem vergangenen Sommer über weitere Einschnitte und hat bereits angekündigt, sein Werk in Bochum in den nächsten Jahren schließen zu wollen. Die Verhandlungen waren über den Jahreswechsel unterbrochen worden.

Heute begannen neue Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern. Dabei geht es um die Zukunft aller deutschen Standorte. Girsky macht nun Druck, dass die Einigung in wenigen Wochen steht. "Ich habe darum gebeten, dass die Opel-Geschäftsleitung und die Sozialpartner noch im Februar zu einer Lösung kommen. Unser "Deutschland-Plan" muss dann stehen".

Doch in dem Schreiben lässt sich kein direkter Hinweis finden, dass das frühzeitige Aus für Bochum nur dann umgesetzt werde, wenn die Verhandlungen ergebnislos enden. Im Gegenteil: Girsky schreibt explizit: "Auch wenn wir bei unseren Verhandlungen keine Einigung erzielen, werden wir uns selbstverständlich an den bestehenden Standortsicherungsvertrag halten". Dieser läuft aber 2014 aus. Für die Bochumer Opelaner könnte die Schließung ihres Werkes also deutlich früher kommen als bislang angekündigt.

wed/dpa/rtr

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