Von Michael Freitag
Hamburg - Der schwäbische Industriekonzern Bosch verzichtet zunächst auf ein Batteriewerk in Deutschland. Vorerst plane man keine Großfabrik, sagte Bernd Bohr, der Automobil-Chef des größten Zulieferkonzerns der Welt, dem manager magazin (Erscheinungstermin des Interviews: 14. Dezember).
Bosch hatte darüber nachgedacht, gemeinsam mit dem Wolfsburger Automobilkonzern Volkswagen Vz.
in Deutschland Batterien für Autos mit Elektroantrieb zu bauen. Vor 2020 werde es keinen Volumenmarkt für Elektromobilität geben, erläuterte Bohr. Bei Batteriezellen werde es in den nächsten Jahren gewaltige Überkapazitäten geben, die Ergebnisse seien ähnlich wie in der hoch defizitären Solarindustrie.
Bohr investiert aktuell mehrere hundert Millionen Euro pro Jahr in Elektromobilität. "Langfristig sind diese Investitionen schlicht notwendig, denn Elektromobilität wird kommen", sagte Bohr dem manager magazin. Spätestens 2020 benötige Bosch die Großserienkompetenz für Batterien und Batteriemanagement, Leistungselektronik und Elektromotoren. Das Unternehmen werde die kommenden Jahre jetzt nutzen, gemeinsam mit seinen Zulieferern und Kunden eine europäische Zulieferindustrie für Batterien aufzubauen.
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