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19.01.2012
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Porsche

Vergleichsangebot an US-Fonds

Von Michael Freitag und Thomas Katzensteiner

Folgen des Übernahmeversuchs: Porsche sieht sich Klagen ausgesetzt
DPA

Folgen des Übernahmeversuchs: Porsche sieht sich Klagen ausgesetzt

Der Stuttgarter Autokonzern Porsche SE ist im Rechtsstreit mit US-Investoren zu Zugeständnissen bereit. Das Unternehmen hat nach Informationen von manager magazin einer Gruppe von Fonds eine Abfindung in niedriger dreistelliger Millionenhöhe angeboten. Die allerdings wollen auf diesen Handel nicht eingehen.

Hamburg - Der Stuttgarter Autokonzern Porsche SE ist im Rechtsstreit mit US-Investoren zu Zugeständnissen bereit. Das Unternehmen habe einer Gruppe von Fonds eine Abfindung in niedriger dreistelliger Millionenhöhe angeboten, berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstermin: 20. Januar).

Der Autokonzern habe die Offerte an die Bedingung geknüpft, dass die Investoren ihre in New York gegen Porsche gerichteten Schadensersatzklagen fallen lassen und auf mögliche neue Forderungen verzichten, heißt es in Konzernkreisen. Die Fonds machen vor Gericht einen Schaden in Höhe von mindestens einer Milliarde Dollar geltend. Sie lehnten das von der Kanzlei Sullivan & Cromwell übermittelte Porsche-Angebot als zu niedrig ab.

Porsche Chart zeigen hatte versucht, den deutlich größeren Konkurrenten VW Chart zeigen zu übernehmen, war damit aber 2009 gescheitert. Die US-Kläger werfen dem Unternehmen unter anderem vor, dabei an der Börse bewusst eine Panik ausgelöst und mit dem Verkauf von Aktienoptionen mehrere Milliarden Euro verdient zu haben. Den Anlegern habe Porsche so einen Schaden in Milliardenhöhe zugefügt.

Neue Schadensersatzforderungen gegen Porsche und Volkswagen

Nachdem die klagenden US-Fonds das Angebot aus Stuttgart abgelehnt hatten, reichten sie Ende Dezember auch in Deutschland eine Schadensersatzklage gegen Porsche ein. Mittlerweile legten sie sogar nach. Die Investoren forderten in einem Güteantrag rund zwei Milliarden Euro von der Volkswagen AG, berichtet das manager magazin.

Nach Informationen aus Finanzkreisen gingen gleichlautende Anträge auch an VWs Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn, Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch und das Oberhaupt der Porsche-Familie, Wolfgang Porsche. Die Fonds halten diese für mitverantwortlich an den erlittenen Börsenverlusten.

Auch Merckle fordert Multimillionensumme

Ebenfalls kurz vor Jahreswechsel hätten auch die Erben des Pharmaunternehmers Adolf Merckle Schadensersatzansprüche gegen Porsche geltend gemacht, berichtet das Magazin weiter. Sie stellten unter anderem über die von Merckle-Sohn Ludwig geführte Vermögensverwaltung HWO Antrag auf Eröffnung eines Güteverfahrens und verlangen vom dem Automobilkonzern rund 250 Millionen Euro.

Sollte Porsche die Güteanträge wie erwartet ablehnen, bleiben den Investoren noch sechs Monate Zeit, um Klage einzureichen.

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