Mailand/Detroit - Der italienische Autobauer Fiat sucht nach einem Partner in Europa. Konzernchef Sergio Marchionne wolle mit dem französischen Autobauer PSA Peugeot-Citroën über eine Allianz reden, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" am Dienstag. Die Franzosen seien zu Verhandlungen bereit.
Marchionne will in Europa ein Gegengewicht zum größten Konkurrenten Volkswagen
schaffen und damit die Konsolidierung der Branche vorantreiben, wie er auf einer Messe in Detroit sagte. "Ich denke, man muss ein zweites Volkswagen schaffen in puncto Größe", sagte er.
Volkswagen hatte im Vorfeld der Automesse einen Absatzrekord bekanntgegeben: Der deutsche Hersteller verkaufte rund 8,2 Millionen Fahrzeuge, etwa eine Million mehr als im Vorjahr, wie Konzernchef Martin Winterkorn mitteilte. Bis 2018 will VW zum weltgrößten Autobauer aufsteigen.
Marchionne reagierte: "Wenn sich zwei europäische Autokonzerne zusammenschließen, erhält man die richtige Antwort." Der Fiat-Chef deutete an, dass er selbst Interesse an einem Zusammenschluss habe: "Grundsätzlich ja. Ganz grundsätzlich."
Berichte über mögliche Verhandlungen mit den Franzosen dementierte Marchionne jedoch zunächst: "Ich habe noch nichts diskutiert", antwortete der Fiat-Chef laut einer Konzernsprecherin auf die Frage nach einer möglichen Kooperation mit Peugeot Citroën.
Fiat hatte während der Wirtschaftskrise bereits versucht, Opel zu schlucken, war aber gescheitert. Stattdessen stiegen die Autobauer beim US-Hersteller Chrysler ein und halten dort nun 58,5 Prozent.
Bislang läuft das Nordamerika-Geschäft der Italiener jedoch schleppend: Fiat ist dort nur mit einem Modell vertreten, dem Fiat 500. Davon verkauften sich 2011 in den USA und Kanada insgesamt lediglich 25.000 Stück, nur halb so viele wie ursprünglich erwartet. Der Fiat-Chef machte Probleme beim Aufbau des Vertriebsnetzes für die niedrigen Verkaufszahlen verantwortlich.
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