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10.01.2012
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Detroit Motor Show

Der harte Kampf gegen die Auto-Kilos

Von Wilfried Eckl-Dorna

Leichtbau mit viel Aluminium: Die Rohkarosserie der Mercedes-SL-Neuauflage

Leichtbau mit viel Aluminium: Die Rohkarosserie der Mercedes-SL-Neuauflage

Ob Mercedes, Porsche oder BMW: Auf der Detroiter Automesse werben deutsche Autohersteller mit leichteren Autos. Der Kampf gegen die Kilos ist hart, aber unvermeidbar. Herstellern großer Fahrzeuge drohen bald hohe Strafen - wenn sie so weitermachen wie bisher.

Hamburg - Auf der ersten Automesse des Jahres wirbt Daimler mit einem Diätversprechen, das die Blicke der Besucher auf sich ziehen wird: Auf der North American International Auto Show in Detroit stellen die Stuttgarter die Neuauflage ihrer Sportwagen-Ikone SL vor.

Die Abkürzung SL steht seit den 1950er-Jahren für Sportlich-Leicht - doch zweiteres ist bei Mercedes in den letzten Jahren in den Hintergrund getreten. Immer schwerer wurden die Straßensportler der Stuttgarter, zuletzt lag das Leergewicht des SL 500 bei satten 1,9 Tonnen. Doch die Techniker haben die Neuauflage des SL 500, die ab Frühjahr 2012 verkauft wird, um 125 auf nunmehr 1785 Kilogramm abgespeckt. Der kleinere Bruder SL 350 ist sogar um 140 Kilogramm leichter als sein Vorgänger.

Ein großer Teil des Gewichtsverlusts ist auf das Chassis zurückzuführen, das Mercedes vollständig aus Aluminium gefertigt hat. Auch einzelne Karbonteile senken das Gewicht des Sportwagens. Doch mit seinen Diät-Drang ist Mercedes beileibe nicht alleine. Auch Porsche weist bei seinem neuen 911er gerne darauf hin, dass das Fahrzeug um 40 Kilo leichter ist als sein Vorgänger. BMW hat den neuen 3er um 40 Kilogramm abgespeckt.

Audi Chart zeigen streicht in letzter Zeit seine jahrzehntelange Erfahrung mit dem Leichtmetall Aluminium besonders deutlich heraus - und will mit seinem 2013 startenden A2 "spürbar leichter" sein als die Wettbewerber. Opel hat im vergangenen Jahr eine in Südkorea entwickelte Kleinwagenplattform der General-Motors-Schwester Daewoo abgelehnt, weil sie um 100 Kilogramm zu schwer war.

EU-Vorgaben zwingen Deutsche zum Leichtbau

Unter den US-Autoherstellern entdeckt vorerst nur General Motors Chart zeigen die Tugenden der Leichtigkeit wieder. Die GM-Marke Cadillac bewirbt die in Detroit vorgestellte Limousine ATS als besonders leicht. Ford und Chrysler stellen das Thema Leichtbau in Detroit nicht in den Vordergrund. Damit überlassen sie den deutschen Autoherstellern die Führungsrolle in diesem Bereich. Die Abspeckkur kommt den Fahrleistungen und dem Kraftstoffverbrauch zugute - doch freiwillig machen das die Autohersteller nicht. Weltweit sitzen ihnen Regierungen im Nacken, die Vorschriften für Abgaswerte drastisch verschärfen. In der EU soll die gesamte Neuwagenflotte eines Herstellers ab 2015 durchschnittlich nur mehr 130 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen.

Von diesem Wert sind Premiumautohersteller noch deutlich als zehn Gramm entfernt, wobei Mercedes in den letzten Jahren hier stark aufgeholt hat. Ab 2020 soll der Wert dann auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer sinken. Dafür stellen die Hersteller bereits heute die Weichen.

Auch die USA und Japan verschärfen ihre Gesetzgebung für die Normverbräuche - und drohen den Herstellern mit millionenteuren Strafzahlungen. In der EU könnten das etwa bis zu 4000 Euro pro Fahrzeug werden. Solch kostspielige Pönale wollen sich Daimler, BMW und Co. auf jeden Fall sparen.

Deshalb ist Konstruktion leichterer Fahrzeuge für die Autohersteller das Gebot der Stunde. Je 100 Kilo Gewichtsersparnis sinkt der Verbrauch je nach Fahrzeugklasse zwischen 0,3 und 0,6 Litern, den CO2-Verbrauch reduziert das um rund 7 Gramm pro Kilometer.

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