Frankfurt am Main - Die Mitarbeiter des angeschlagenen Autobauers Opel müssen möglicherweise auf einen Teil ihrer für dieses Jahr geplanten Lohnerhöhung verzichten. Entsprechende Forderungen erhebt der amerikanische Mutterkonzern General Motors
angesichts des in jüngster Zeit wieder schrumpfenden Absatzes und eines drohenden Milliardenverlusts bei Opel, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Betriebsrats- und Gewerkschaftskreise berichtet.
Ein Opel-Sprecher wollte den Bericht auf dapd-Anfrage nicht bestätigen. Er sagte nur, über die genaue Umsetzung des Zukunftsplans für 2012, der Einsparungen vorsehe, würden die Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertreter Gespräche führen. Einzelheiten zu möglichen Einsparungen nannte der Sprecher nicht.
"Ich kann bestätigen, dass das Unternehmen an uns herangetreten ist, um zu eruieren, ob wir zu Verhandlungen bereit sind", sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirkschef Armin Schild, der im Opel-Aufsichtsrat sitzt. "Wir haben geantwortet, dass wir keine Veranlassung zu Verhandlungen sehen." Es gebe einen bis 2014 geltenden Vertrag, der auch vom GM-Management unterzeichnet sei.
GM hatte sich 2010 mit den Opel-Mitarbeitern auf einen Sanierungsplan geeinigt. Bis 2014 sollen die Beschäftigten demnach 265 Millionen Euro zur Sanierung beitragen.
GM will Opel wieder profitabel machen
Dem Zeitungsbericht zufolge will General Motors mit dem geplanten Verzicht auf Teile der Lohnerhöhung seine deutsche Automarke wieder profitabel machen. Unternehmensangaben zufolge ist in diesem Jahr eine Lohnerhöhung von 10,8 Prozent vorgesehen. Darin enthalten ist unter anderem ein im vergangenen Jahr aufgeschobenes Lohnplus von 2,7 Prozent.
Zudem gehe es um Weihnachts- und Urlaubsgeld. Auf Teile davon hatten die Opel-Arbeiter 2010 und 2011 verzichtet. Dennoch steckt Opel weiter tief in den roten Zahlen. Bei den Lohnerhöhungen handle es sich um eine Gesamtsumme von 1,1 Milliarden Euro. Opel und Gewerkschaft wollen sich den Angaben nach in den kommenden Wochen auf eine Lösung einigen.
Opel war durch Missmanagement und Qualitätsprobleme tief in die Krise geraten. Im Zuge des von der US-Konzernmutter aufgelegten Sanierungsprogramms für den Rüsselsheimer Autobauer wurden seit 2010 europaweit 8000 Stellen abgebaut. Das Werk im belgischen Antwerpen wurde geschlossen. In Deutschland war von der Sanierung auch das Werk Bochum betroffen, wo bisher rund 1450 Stellen gestrichen und etwa 250 Beschäftigte in das 250 Kilometer entfernte Rüsselsheim versetzt wurden.
rei/dapd/dpa
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