Autoindustriemanager magazin RSS  - Autoindustrie - Autoindustrie


02.11.2011
Twitter GooglePlus Facebook

Peugeot und Renault

Schwierige Zeiten für Frankreichs Auto-Ikonen

Von Wilfried Eckl-Dorna

Peugeot-Konzeptauto HX1: Der Autohersteller will in der Oberklasse punkten

Peugeot-Konzeptauto HX1: Der Autohersteller will in der Oberklasse punkten

Bonjour tristesse: Während Deutschlands Autohersteller von Rekord zu Rekord eilen, zuckeln Peugeot Citroën und Renault hinterher. Zu lange haben sie sich auf Kleinwagen verlassen. Jetzt steht der Umbau bevor - kann Daimler Renault aus der Misere führen?

Hamburg - Keine Frage: An Visionen, wo es künftig langgehen soll, mangelt es Frankreichs Autoriese PSA Peugeot Citroën Chart zeigen nicht. Knapp fünf Meter lang und dabei nur 1,38 Meter hoch ist das Konzeptfahrzeug HX1, dass die Franzosen im September auf die Frankfurter Automesse IAA vorstellten. Weiße Lederplissée-Sessel und Natureiche-Applikationen machen das Konzeptfahrzeug zur rollenden Lounge. Unter der Haube werkt ein Dieselmotor, den Peugeot mit einem Elektroantrieb kombiniert.

Peugeot, so wollten die Franzosen suggerieren, soll in Zukunft stärker für elegante, sparsame Oberklasse-Fahrzeuge stehen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Denn abseits des Automessen-Glanzes ist es um Europas zweitgrößten Autohersteller hinter Volkswagen derzeit nicht gut bestellt.

Vor wenigen Tagen erst musste Konzernchef Philippe Varin seine Prognose kassieren. Statt eines "deutlichen Gewinns" will Peugeot in diesem Jahr nur mehr ein ausgeglichenes Ergebnis vorweisen. Scheinbar etwas besser ergeht es derzeit dem PSA-Rivalen Renault Chart zeigen. Im dritten Quartal steigerte Renault seinen Umsatz um 12 Prozent auf 9,75 Milliarden Euro. An der Prognose, 2011 Umsatz und Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr zu steigern, hält Renault fest.

Doch im Kern kämpfen beide Konzerne mit drei großen Problemen: Sie laborieren beide an den hohen Produktionskosten in ihrem Heimatland, die ihre Margen kräftig anknabbern. Sie haben sich zu stark auf das Segment der Kleinwagen konzentriert, in dem sich nur wenig Geld verdienen lässt. Und sie sind beide zu stark vom westeuropäischen Markt abhängig, dessen ohnehin magere Wachstumsaussichten sich gerade weiter eintrüben.

PSA muss nun eisern sparen

Bei PSA mit seinen beiden traditionsreichen Marken Peugeot und Citroën ist die Lage an der Kostenfront ernst. So ernst, dass Varin den Sparkurs in seinem Konzern kräftig verschärfen will. Im Jahr 2012 sollen die Kosten nochmals um 800 Millionen Euro sinken - obwohl das im Jahr 2009 beschlossene Kostensenkungsprogramm über 3,7 Milliarden Euro noch nicht einmal abgeschlossen ist.

Doch Analysten sind bereits jetzt skeptisch, ob die neuerliche Kostenbremse greift. Bereits der alte Sparplan sollte PSAs Profitabilität auf den Branchenschnitt bringen, heißt es in einem aktuellen Analystenreport von Credit Suisse. Aber trotzdem werde PSA im 2. Halbjahr 443 Millionen Euro in der Autosparte verlieren. "Wir bleiben skeptisch, wie viel von den neuen Einsparungen tatsächlich unter dem Strich ankommt", mäkeln die Analysten.

Kürzen will Varin auch bei den Stellen. Er will sich von 6000 Mitarbeitern in Europa trennen, weltweit arbeiten 167.000 Menschen für PSA. Ein Großteil der Streichungen, versicherte Varin eilig, soll in Bereichen außerhalb der Autoproduktion stattfinden - also etwa im Forschungs- und Entwicklungsbereich.

Doch das klingt eher nach besänftigenden Worten für Frankreichs Gewerkschaften. Denn die Probleme im Konzern benannte der 59-jährige Konzernchef ungewohnt. Die Produktionskosten lägen auf deutschem Niveau, klagte der PSA-Chef im September. Doch sein Konzern verkaufe weniger teure Autos als die Deutschen. Deshalb müsste PSA eigentlich auch ein niedrigeres Kostenniveau haben.

Im Klartext heißt das, dass er in Frankreichs Autowerken den Rotstift ansetzen muss. Und das geht meist nur über den Abbau von Mitarbeitern. Doch so klar will er das knapp vor dem französischen Superwahljahr 2012 nicht sagen - obwohl es vermutlich darauf hinauslaufen wird. In Renaults französischen Werken ist die Situation kaum anders.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Nach Beinahepleite
Ford gehört wieder das eigene Logo
500-Millionen-Investition
BMW verdoppelt Kapazitäten in China
Entwicklungsallianz
Mazda und Fiat wollen Sportwagen bauen
Autovermieter
Sixt-Gewinn schrumpft um ein Fünftel

© manager magazin online 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH





Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken