Donnerstag, 26. Mai 2016

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Berkshire Hathaway Folgt Tracy Cool auf Warren Buffett?

Nachfolge: Der nächste Warren Buffett
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AFP

Wer wird Nachfolger von Anlage-Altstar Warren Buffett als Chairman von Berkshire Hathaway? Wie groß sind die Chancen der 29-jährigen Assistentin Tracy Cool? Vermögensverwalter Hendrik Leber war bei der Hauptversammlung dabei - und hat überraschende Antworten.

Warren Buffett war auf der diesjährigen Hauptversammlung von Berkshire Hathaway, die vor wenigen Tagen in Omaha stattfand, etwas heiser. Aber körperlich zeigte er sich sehr agil, etwas schlanker als in Vorjahren - und auch geistig in Bestform. Trotzdem kam auf dem Aktionärstreffen erneut die Frage nach seinem Nachfolger auf.

Ein Gedankenspiel: Nehmen wir einmal an, Buffett (83) lebt und lenkt die Investmentgesellschaft noch zehn Jahre. Dann wird Berkshire Hathaway bei einem anhaltenden Wachstum von 10 Prozent im Jahr etwa 2,5mal so groß sein wie heute und ein noch dominanterer Teil der US-Wirtschaft sein. Ihm gehen damit schlicht die Investmentmöglichkeiten aus.

Deswegen sagten Buffett und sein Compagnon Charlie Munger auch, dass dann die Zeit für Dividendenausschüttungen kommen werde - weil der Cash-Flow nicht mehr sinnvoll untergebracht werden kann.

Eine weitere sehr sinnvolle Frage kam auf - ob man nicht Berkshire in vier börsennotierte Gesellschaften aufspalten könne, um die inneren Werte besser sichtbar zu machen? Buffett entgegnete, daß Kapitalallokations- und Steueraspekte dagegen sprechen. Offensichtlich ist der freie Transfer von Kapital von einer Gesellschaft zur nächsten dann erschwert. Also plant Buffett, erst einmal so wie bisher weiterzumachen und eventuell in einigen Jahren Dividende auszuschütten.

Ajit Jain kennt sich aus mit großen Kapitalsummen

Auf die Frage nach dem Nachfolger kam indes Buffetts klassische "Verschlossener Umschlag" - Antwort. Sprich: Keine klare Aussage. Wer also kann Buffett nachfolgen?

In Bezug auf den Intellekt ist wahrscheinlich Ajit Jain der Spitzenkandidat. Der Spezialist fürs Rückversicherungsgeschäft hat zwar keine Erfahrung im Management großer komplexer Organisationen, aber er kann erfolgreich große Kapitalsummen allozieren - und das ist die Hauptaufgabe bei Berkshire.

Alle anderen CEOs bei Berkshire scheinen zu sehr Branchenspezialisten zu sein, ob im Management der Aktien (Ted Weschler und Todd Combs) oder der Sparten (Geico, Burlington Northern, Berkshire Hathaway Energy) als dass man sie sich an der Spitze des Gesamtkonzerns vorstellen könnte.

Natürlich wäre auch Bill Gates intellektuell und fachlich geeignet, dessen Stiftung Buffett bereits große Teile seines Vermögens vermacht hat. Aber wenn Gates wirklich wollte, wäre er auch heute schon enger in Berkshire eingebunden. Da er das nicht ist, ist er als Kandidat eher unwahrscheinlich.

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