Montag, 10. Dezember 2018

Zahlungsabwickler bestätigt Prognose für 2019 Warum Wirecard binnen 6 Wochen ein Drittel seines Börsenwertes verloren hat

Wirecard: Die Aktie hat die 200-Tage-Linie unterschritten

Das Unternehmen bleibt optimistisch, doch Anleger nehmen Geld vom Tisch: Der Zahlungsabwickler Wirecard Börsen-Chart zeigen ist wegen des Booms im Onlinehandel auch für das kommende Jahr optimistisch.

Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde 2019 in einer Bandbreite von 740 bis 800 Millionen Euro erwartet, teilte der Dax-Konzern am Dienstag in Aschheim mit. Die von Bloomberg befragten Analysten gingen im Schnitt von 762 Millionen Euro aus.

Anleger reagierten erneut mit Gewinnmitnahmen auf die Prognose für das kommende Jahr: Am Dienstag Vormittag gab die Aktie um weitere 2 Prozent nach und fiel zeitweise unter die Marke von 130 Euro. Anfang Oktober hatte das Papier noch bei 180 Euro notiert. Binnen sechs Wochen hat die Aktie des Dax-Aufsteigers rund 30 Prozent an Wert verloren.

Wirecard-Chef Markus Braun: Aus dem Nichts zum Milliardär

Wirecard war im September in den deutschen Leitindex Dax aufgestiegen und hatte dort die Commerzbank abgelöst. Das Unternehmen setzt darauf, dass Bargeldzahlungen immer stärker durch elektronische Zahlungen ersetzt werden. Vor allem vom Onlinehandel profitiert der Konzern. Erst vergangene Woche hatte Wirecard seine operative Ergebnisprognose für 2018 zum dritten Mal in diesem Jahr hochgeschraubt auf 550 bis 570 Millionen Euro.

Gewinnmitnahmen schicken Aktie in die Tiefe

Anleger nutzen diese Nachrichten in den vergangenen Tagen verstärkt für Gewinn-mitnahmen. Am Dienstag rutschten die Papiere von Wirecard nach der Prognose des Zahlungs-Abwicklers für 2019 um weitere 3 Prozent ab. Anfang September waren die Anteile mit 199 Euro auf ein Rekordhoch geklettert. Danach machten Anleger zunehmend Kasse. Am Vortag waren die Papiere bereits unter die viel beachtete 200-Tage-Linie, die als Indikator für den längerfristigen Trend gilt.

Ausgehend von ihrem Rekordhoch bei 199 Euro Anfang September haben die Papiere von Wirecard Börsen-Chart zeigen inzwischen rund 28 Prozent eingebüßt. Seit Jahresanfang stehen aber immer noch Kursgewinne von mehr als 50 Prozent zu Buche.

Video abspielen
Bild: Florian Generotzky für manager magazin

Der Finanztechnologie-Konzern, der jüngst die Commerzbank Börsen-Chart zeigen aus dem Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen verdrängt hatte, wickelt Online-Zahlungen zwischen Händlern, Kunden und Banken ab und kassiert dafür Gebühren. Damit profitiert Wirecard davon, dass immer mehr Menschen im Internet einkaufen oder an der Supermarkt-Kasse mit ihrem Smartphone bezahlen.

la/dpa/reuters

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH