Sonntag, 18. November 2018

Wie WeWork Mitarbeiter zum Vegetarismus erzieht Veggie-Day für alle, immer

Kuh auf einer niedersächsischen Weide: Wework will leben retten

In Deutschland sorgte vor einigen Jahren im Bundestagswahlkampf schon die Aussicht auf einen einzigen fleischlosen Kantinentag pro Woche für einen lauten Aufschrei. Der Coworkingspace-Anbieter WeWork geht in Sachen Vegetarismus jetzt noch weiter.

Künftig werden den rund 6000 Angestellten des Konzerns nur noch fleischlose Essen als Spesen ersetzt, wie der für die Unternehmenskultur zuständige Mitgründer McKelvey den Mitarbeitern per Mail mitteilte. Und auch auf Firmenevents soll künftig nur noch vegetarische Kost serviert werden.

Neue Forschungsergebnisse zeigten, dass Fleischverzicht eine der effektivsten Maßnahmen sei, um die vom einzelnen ausgehende Umweltbelastung zu senken, schrieb McKelvey in einer Mail an die Mitarbeiter, von der zunächst die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Ein Vorgehen, das sogar noch mehr nutze, als der Umstieg auf ein Hybrid-Fahrzeug.

Und sogar in Tierleben hat WeWork die Maßnahme umgerechnet: 15.507 103 Tiere würden so bis 2023 gerettet, so das Unternehmen. WeWork-Mieter und deren Veranstaltungen sind von der Fleischlos-Politik allerdings nicht betroffen.

Wie der fleischlose Kantinentag ist auch die Vegetarismus-Politik von WeWork nicht unumstritten. Während einige das Unternehmen für seinen Mut und den Einsatz für eine gesunde, umweltfreundliche Lebensweise lobten, warfen andere dem Unternehmen vor, mit dem Fleischverzicht

lediglich Geld sparen zu wollen.

Eine möglichst umweltbewusste Ernährung seiner Mitarbeiter ist nicht das einzige Projekt, mit dem sich das mit mehreren Milliarden Dollar bewertete Unternehmen um gesellschaftliche Veränderung bemüht. Neben dem Immobiliengeschäft, das das Unternehmen über WeWork und seine Co-Living-Spaces WeLive betreibt, existiert mit WeGrow mittlerweile auch ein alternatives Schulprojekt.

Entsprechend sieht WeWork-Mitgründer Adam Neuman sein von der Softbank unterstütztes Unternehmen auch nicht als Immobilienfirma, sondern als "Gemeinschaft" und "Bewusstseinszustand" um die Welt zu verändern.

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