Donnerstag, 24. Mai 2018

Wie raffiniert die Lufthansa sich Air Berlin einverleibt In acht Zügen schachmatt

Die Lufthanse wird sich wohl einen Großteil von Air Berlin einverleiben

3. Teil: Drei Alternativen zum Verschenken der Filetstücke von Air Berlin

Aktuell erwecken sowohl die beiden Fluggesellschaften, als auch die Politik den Eindruck, es gäbe keine Alternativen zum Verschenken der Filetstücke von Air Berlin an die Lufthansa. Auch wenn der zuvor beschriebene Spielplan gerade darauf hinarbeitet, alle anderen denkbaren Szenarien aus dem Blickfeld zu ziehen, gibt es drei mögliche Alternativen:

Alternative 1: Air Berlin wird aufgeteilt

Condor uns Easyjet könnten die Hauptbestandteile von Air Berlin übernehmen. Dies würde die Machtposition der Lufthansa etwas weniger stärken, vor allem wenn zusätzlich Ryanair (bei allen Bedenken in Sachen Personalpolitik) zum Zuge käme. Auch der unbeliebte Niki Lauda könnte wieder mitspielen. Zur Abmilderung der Brexit-Folgen wäre ein Deal für Easyjet hoch interessant. Und ein Vorteil für alle Passagiere: Vor allem im innerdeutschen Luftverkehr würde es weiterhin eine Alternative zu Lufthansa geben.

Alternative 2: Ein zweiter Konzern

So ähnlich, wie es neben der ARD ein ZDF gibt, kann es auch neben Lufthansa einen zweiten Konzern geben. Selbst wenn die Lobbyisten der Lufthansa und natürlich Thomas Winkelmann eine andere Position verbreiten, sollte man sich die Vorschläge von Hans Rudolf Wöhrl näher anschauen. Ein zweites deutsches Luftfahrtunternehmen - vielleicht im Verbund mit Niki Lauda und eventuell sogar noch mit anderen bestehenden Fluglinien - wäre ein starkes Signal, dass man dem Druck der Lufthansa nicht nachgibt, sondern einer marktwirtschaftlichen Alternative eine Chance gibt.

Alternative 3: Verkauf als Ganzes - aber nicht an Lufthansa

Wie Lufthansa haben auch andere Airlines Interesse an Air Berlin, besonders zu den aktuellen Konditionen. Hier ist vor allem an die Lufthansa-Konkurrenten Easyjet, Ryanair und Condor zu denken, aber auch an den Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der schon über Erfahrungen in dieser Branche verfügt - aber über weniger Lobbymacht als Lufthansa.

Alle drei Alternativen erscheinen machbar, sind aber von Lufthansa und der deutschen Politik nicht gewollt. So ist abgesehen vom genialen Spielplan der Lufthansa vor allem ein totales Politikversagen zu diagnostizieren.

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