Samstag, 18. August 2018

Wie raffiniert die Lufthansa sich Air Berlin einverleibt In acht Zügen schachmatt

Die Lufthanse wird sich wohl einen Großteil von Air Berlin einverleiben

2. Teil: Rochade der FDP, Lufthansa schafft Fakten, Seehofer freut sich

Fünfter Zug: Die FDP spielt Rochade

Da nicht alles vor der Bundestagswahl finalisierbar ist, muss sich die FDP als zukünftige Regierungspartei positionieren. Zur Wahrung ihres ordnungspolitischen Images kann sie sich nicht klar für die Übernahme aussprechen und mit Blick auf die Wähler auch nicht gegen die Millionen-Hilfe. Also thematisiert sie ausschließlich die Rückzahlung der 150 Millionen. Nach der Bundestagswahl wird sie dann staatsmännisch die faktische Überleitung von Air Berlin an Lufthansa mittragen. Insgesamt zwar nicht genial, aber clever.

Sechster Zug: Lufthansa schafft Fakten

Überraschung: Lufthansa bietet den Mitarbeitern von Air Berlin Arbeitsplätze im Konzern an. Gehen die Mitarbeiter darauf ein, gewinnt die Lufthansa an allen Fronten: Intern erhöht sich der Einkommensdruck auf die eigenen Mitarbeiter. Und extern? Wenn viele Mitarbeiter schon bei Lufthansa sind, gibt es nicht mehr viele Varianten für die Zukunft von Flugzeugen und Flugrechten. Also: unerwartet, clever, genial.

Siebter Zug: Horst Seehofer freut sich

Nach völliger Vereinheitlichung der öffentlichen Meinung kann sich auch Horst Seehofer eindeutig für Lufthansa aussprechen. Praktischer Nebeneffekt: Thomas Winkelmann hat bis zum Februar 2017 das Lufthansa-Drehkreuz in München geleitet und genau das könnte man doch jetzt durchaus massiv ausbauen. Also: Eine Hand wäscht die andere, man kennt sich. Nicht genial, aber durchaus üblich.

Achter Zug: Bei Lufthansa knallen die Korken

Schachmatt: Lufthansa bekommt alle interessanten Teile der Air Berlin auf dem Silbertablett serviert und vielleicht noch einige hundert Millionen Euro Unterstützung dafür, dass sie das Geschenk annimmt. Rien ne va plus. Das Management jubelt. Genial gemacht.

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