Mittwoch, 20. September 2017

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Geschäfte trotz Sanktionen Welche Firmen Russland die Stange halten

Schon länger warnen deutsche Manager vor schärferen Wirtschaftssanktionen gegen Russland: Manager wie Joe Kaeser oder Rüdiger Grube wollen ihr Geschäft schützen. Welche Unternehmen sich weit vorwagen, wer zurücksteckt.

Zentrum von Moskau: Mit Besuchen und Diplomatie wollen deutsche Wirtschaftsbosse verhindern, dass ihre Russland-Geschäfte leiden
Hamburg - EU und USA haben Russlands Besetzung der Krim zwar wortreich verurteilt und einzelnen Personen Einreiseverbote erteilt. Doch vor harten Wirtschaftssanktionen scheut der Westen bislang zurück. Deutsche Wirtschaftsbosse warnen seit Tagen eindringlich vor solchen Maßnahmen - kein Wunder, denn sie fürchten eine Störung ihrer lukrativen Geschäfte in Osteuropa.

Die Sorgen der Wirtschaft sind berechtigt. In den ersten drei Monaten dieses Jahres zogen Investoren 70 Milliarden Dollar aus Russland ab, so viel wie im Gesamtjahr 2013. Im Gesamtjahr könnten bis zu 150 Milliarden Dollar abfließen, warnt die Weltbank in einer Analyse.

Russlands Wirtschaftsminister Andrei Klepach macht für den dramatischen Anstieg auch die Angst vor härteren Wirtschaftssanktionen verantwortlich. Der Kapitalabfluss könnte Russlands ohnedies magere Wachstumsprognose in diesem Jahr weiter nach unten ziehen.

Davor fürchten sich gerade jene deutschen Unternehmen, die in den letzten Jahren viel Geld in Russland in die Hand genommen haben. Laut dem Ostausschuss der deutschen Wirtschaft haben mehr als 6000 deutsche Unternehmen, vom Großkonzern bis zum Mittelständler, insgesamt 20 Milliarden Dollar in dem Land investiert

Deshalb verschärfen einige Manager ihre Gangart: Siemens-Chef Jo Kaeser jettete zu einem Treffen mit Russlands Präsident Putin, Firmen wie Wintershall oder der Maschinenhersteller Claas bekennen sich öffentlich zu ihren Investitionsplänen. Welche deutschen Unternehmen sich im Russland-Konflikt weit vorwagen - und wer seine Pläne auf Eis legen muss.

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