Mittwoch, 20. Februar 2019

Immobilien an eigene Firma vermietet WeWork-Chef im massiven Interessenkonflikt

WeWork-CEO Adam Neumann: Der Gründer von WeWork vermietet einem Bericht zufolge an sein eigenes Unternehmen
China Stringer Network / REUTERS
WeWork-CEO Adam Neumann: Der Gründer von WeWork vermietet einem Bericht zufolge an sein eigenes Unternehmen

Der Coworking-Anbieter WeWork macht kurz nach einem geplatzten Milliardeninvestment erneut Schlagzeilen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, ist WeWork-CEO Adam Neumann offenbar in einen massiven Interessenkonflikt verstrickt. Dem Blatt zufolge tritt Neumann gegenüber seinem eigenen Unternehmen, das sich seit kurzem nicht mehr WeWork, sondern The We Company nennt, selbst als Vermieter auf und verdient damit Millionen.

Zu den Gebäuden, an denen Neumann beteiligt ist und die von WeWork angemietet wurden, soll demnach ein von IBM genutztes 11-stöckiges Gebäude in Manhattan gehören, an dem der WeWork-Gründer einen 50-prozentigen Anteil hält. Außerdem hält Neumann im kalifornischen San José Immobilienbeteiligungen, bei denen offenbar auch eine Nutzung durch WeWork angedacht ist.

Neumann wollte sich laut "WSJ" über einen Sprecher nicht zu den Vorwürfen äußern. Das Unternehmen selbst erklärte gegenüber der Zeitung, dass alle entsprechenden Geschäfte vom Verwaltungsrat oder einem unabhängigen Komitee überprüft und den Aktionären transparent gemacht würden.

Allerdings gibt es nach Informationen der Zeitung seitens Aktionären offenbar doch Bedenken wegen potenzieller Interessenkonflikte. So soll 2013 - bevor sich der 39-Jährige Gründer die Mehrheit der WeWork-Stimmrechte sicherte - eine ähnlich geartete Immobilienbeteiligung Neumanns gescheitert sein.

Demnach wollte Neumann einen 5-prozentigen Anteil an einer Immobilie kaufen, um deren Anmietung es zum gleichen Zeitpunkt Verhandlungen mit WeWork gegeben habe. Nachdem der WeWork-Verwaltungsrat wegen eines möglichen Interessenkonfliktes Alarm geschlagen hatte, übernahm statt Neumann schließlich das Start-up die Beteiligung, wie die Zeitung weiter schreibt.


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Nachdem sich Neumann wenig später 65 Prozent der Stimmrechte sicherte, scheinen diese Bedenken jedoch keine Berücksichtigung mehr gefunden zu haben. Laut "WSJ" hat Neumann seitdem über Investoren-Gruppen weitere Beteiligungen an Immobilien erworben, bei denen Wework Mieter ist.

Für den Gründer, dem Forbes aufgrund der hohem Bewertung seines Start-ups ein Vermögen von 4,1 Milliarden Dollar zuschreibt, offenbar ein lohnendes Geschäft: Laut "WSJ" sollen die umstrittenen Immobiliendeals ihm mehrere Millionen eingebracht haben.

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