Dienstag, 20. November 2018

Studie der DAK-Gesundheit Weniger Fehltage wegen Burnout - mehr wegen Depressionen

Lange im Büro: Wo Mediziner vormals Burnout diagnostizierten, werden zunehmend Depressionen erkannt

Regelmäßig wertet die DAK-Gesundheit die Fehltage ihrer Krankenversicherten aus. Die aktuelle Studie offenbart eine Trendumkehr: Zum ersten Mal seit zehn Jahren fehlen weniger Arbeitnehmer wegen Burnout-Diagnosen. Der Grund dafür sitzt in Deutschlands Arztpraxen.

Hamburg - Zum ersten Mal seit zehn Jahren sind nach einer Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit die Fehltage wegen einer Burnout-Diagnose zurückgegangen. "2013 gab es ein Drittel weniger Fehltage als im Jahr zuvor", heißt es in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung. Demgegenüber habe sich die Zahl der Fehltage durch Depressionen in den vergangenen 13 Jahren um 178 Prozent erhöht.

Wegen Burnouts entfielen im Jahr 2012 100 Fehltage auf 1000 DAK-Versicherte. 2013 sank die Zahl auf 67 Tage. Auch im ersten Quartal 2014 setzte sich dieser Trend fort.

"Eine zunehmend differenziertere Diagnosepraxis führt mittlerweile dazu, dass häufiger eine Depression erkannt wird, die eigentlich hinter dem Burnout steckt", sagte DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. Insgesamt seien die Ausgaben der DAK-Gesundheit für die Behandlung psychischer Erkrankungen in den letzten fünf Jahren um 15 Prozent auf 236,5 Millionen Euro gestiegen, hieß es. Die DAK-Gesundheit hat 6,2 Millionen Versicherte, davon sind 2,7 Millionen erwerbstätig.

luk/dpa-afx

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